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29/Jun/2022

Viele Menschen, die an Krebs erkrankt sind, leiden unter belastenden Symptomen wie Schmerzen und Müdigkeit, aber auch unter psychischen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Depressionen oder Angstzuständen. Ein israelisches Forscherteam legte nun eine vielversprechende prospektive Studie mit onkologischen Patient*innen vor.  Die Langzeituntersuchung liefert Hinweise auf eine Reduktion der Gesamtbelastung durch Krebserkrankungen nach Therapie mit medizinischem Cannabis. 

Aufbau der Krebs-Studie 

Die Forschergruppe befragte onkologische Patient*innen über einen Zeitraum von insgesamt 2,5 Jahren zu verschiedenen Zeitpunkten hinsichtlich des individuellen Schmerzempfindens, der Qualität des Schlafes, ihrer sexuellen Aktivität sowie Depressivität und Angst. Zu Studienbeginn waren insgesamt 324 Patient*innen beteiligt, die letzte Befragung fand mit 126 Personen statt. Das Durchschnittsalter in der Studiengruppe betrug 64 Jahren, Frauen waren mit einem Anteil von 59 Prozent etwas in der Überzahl. Alle Beteiligten litten an einer Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium („Stage IV“). Brust-, Darm-, Lungen- und Eierstocktumore waren am stärksten vertreten. Die Therapie fand mit gut verträglichen Cannabisölen, deren Dosierung gesondert dokumentiert wurde, statt.  

Resultate 

Die Therapie mit medizinischem Cannabis brachte in nahezu allen abgefragten Aspekten eine signifikante Verbesserung mit sich. Als besonders prägnant bezeichneten die Autor*innen die Reduktion der Gesamtbelastung durch die Krebssymptome nach 6 Monaten: Der Median ging im Vergleich zum Ausgangswert um 18 Prozent zurück. Nebenwirkungen wurden zwar beobachtet, hatten aber keinen schwerwiegenden Charakter und blieben unter der Therapie stabil.  

Verringerung der Schmerzsymptomatik, weniger Analgetika benötigt 

Weitere interessante Erkenntnis: Die Behandlung mit Medizinal-Cannabis führte zu einer Verringerung der Schmerzsymptomatik und weniger Bedarf an Opiaten, aber auch anderen Schmerzmitteln wie nicht-steroidalen Analgetika sowie Antikonvulsiva oder Antidepressiva.  

Signifikante Verbesserungen erst nach 6 Monaten Therapie 

Nicht zuletzt scheinen die Ergebnisse der Studie darauf hinzuweisen, dass der Erfolg einer Behandlung mit medizinischem Cannabis unter anderem von der Therapiedauer abhängt. So zeigten sich die statistisch signifikanten Veränderungen der Symptome erst nach 6 Monaten kontinuierlicher Einnahme von Cannabinoiden. In einer früheren Untersuchung hatten die Autor*innen die kurzfristigen Effekte der Therapie mit pharmazeutischem Cannabis untersucht und keine signifikanten Verbesserungen der Krebs-Symptomatik feststellen können.  

 

Quelle:  

Aviram, Joshua, et al. “The Effectiveness and Safety of Medical Cannabis for Treating Cancer Related Symptoms in Oncology Patients.” Frontiers in Pain Research, vol. 3, 20 May2022, 10.3389/fpain.2022.861037. Accessed 24 June 2022. 

 

 


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01/Jun/2022

Jeder Mensch hat einen ihm eigenen Endocannabinoidsystem-Tonus (ECS-Tonus), der den Spiegel der ECS-Bestandteile wiedergibt. Sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher ECS-Tonus können zu gesundheitlichen Problemen führen und scheinen an der Entstehung und Chronifizierung von Aufrechterhaltung chronischer Krankheiten beteiligt zu sein. Leider sind die Zusammenhänge in der medizinischen Fachwelt weitgehend unbekannt.  

Wir haben Robert Uhlenbrock, Arzt der Kalapa Clinic und Experte für den Einsatz von medizinischem Cannabis, zur Bedeutung des ECS-Tonus befragt.  

CanPharma: Herr Uhlenbrock, was passiert im menschlichen Körper, wenn der ECS-Tonus von der Norm (den Durchschnittswerten) abweicht? 

Aktuell geht die Wissenschaft davon aus, dass zum Beispiel ein klinisch relevanter Endocannabinoid-Mangel zu einem Ungleichgewicht im Körpersystem führt. Dieses Ungleichgewicht scheint an einer Reihe chronischer Krankheiten beteiligt zu sein. Verschiedene Studien legen einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen ECS-Tonus und Reizdarm-, Migräne- sowie Fibromyalgie-Beschwerden nahe [1]. Gerade bei der Entstehung der Migräne mehren sich die Hinweise auf eine Beteiligung des körpereigenen Endocannabinoidsystems [2].   

CanPharma: Welche Ursachen gibt es für einen Mangel an körpereigenen Cannabinoiden und wie lässt sich dieses Wissen therapeutisch nutzen? 

Ein niedriger ECS-Tonus kann sowohl genetische Ursachen haben als auch durch das individuelle Gesundheitsverhalten eines Menschen beeinflusst sein. Produziert der menschliche Körper beispielsweise zu viele Enzyme, welche die körpereigenen Endocannabinoide abbauen, ist der Tonus zu gering. Da Endocannabinoide in der menschlichen Physiologie eine entscheidende Rolle spielen, kann ein mangelhafter ECS-Tonus mit einzelnen Beschwerden oder manifesten Krankheiten einhergehen. 

Dieses Wissen hat therapeutische Relevanz: Würde beispielsweise der Anandamid*-Spiegel im Blut in regelmäßigen Abständen untersucht, bemerkten wir eine klinisch relevante Dysbalance frühzeitig und könnten reagieren. Ich denke da an die Zufuhr exogener – also pflanzlicher – Cannabinoide, aber auch die Regulation über Sport, Stressreduktion und eine gesunde Ernährung. Gerade für die Faktoren des sogenannten Lebensstils gibt es mittlerweile vielversprechende Studien, die eine gesundheitsfördernde Wirkung belegen [3].  

CanPharma: Warum wird der ECS-Tonus unter Mediziner*innen kaum berücksichtigt? 

Das Wissen um das körpereigene Endocannabinoidsystem ist kein Thema der universitären Lehre und daher kaum in der Fachwelt verankert. Wer behandelnde Ärzt*innen um eine Bestimmung des Anandamid-Spiegels bittet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf geringe Kenntnisse stoßen. Darüber hinaus gibt es meines Wissens kein Labor, das den Parameter im Rahmen eines Blutbildes erhebt. Die therapeutische Bedeutung des ECS-Tonus wird erheblich unterschätzt. Das muss sich dringend ändern! 

 * Anandamid, ist das bekannteste und wissenschaftlich zuerst beschriebene Endocannabinoid. Es gehört zu den wichtigsten Endocannabinoiden zur Steuerung des Gleichgewichts in unserem Körper, genannt Homöostase. 

 

Quellen:  

[1] Russo, Ethan B. “Clinical Endocannabinoid Deficiency Reconsidered: Current Research Supports the Theory in Migraine, Fibromyalgia, Irritable Bowel, and Other Treatment-Resistant Syndromes.” Cannabis and Cannabinoid Research, vol. 1, no. 1, Dec. 2016, pp. 154–165, ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5576607/, 10.1089/can.2016.0009. 

 [2] Greco, Rosaria, et al. “Endocannabinoid System and Migraine Pain: An Update.” Frontiers in Neuroscience, vol. 12, 19 Mar. 2018, www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5867306/, 10.3389/fnins.2018.00172. Accessed 23 Nov. 2020. 

 [3] “Beeinflusst Sport Endocannabinoide Im Blut Und Migräne? • DGP.” DeutschesGesundheitsPortal,  25 Nov. 2021, www.deutschesgesundheitsportal.de/2021/11/25/beeinflusst-sport-endocannabinoide-im-blut-und-migraene/. Accessed 17 May 2022. 


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05/Mai/2022

Ältere (geriatrische) Patient*innen leiden häufig an chronischen Schmerzen und reagieren gleichzeitig sensibel auf Opiate und andere zentral wirksame Substanzen. Eine retrospektive Auswertung aus einer kassenärztlichen Praxis zeigt: Medizinisches Cannabis – hier Dronabinol – kann die Symptome der Betroffenen lindern.  

Zu den Studienteilnehmer*innen zählten alle geriatrischen Patient*innen ab dem 80. Lebensjahr, die seit Inkrafttreten des Cannabisgesetzes im März 2017 bis Mitte Juli 2018 in einer schmerzmedizinischen Praxis in Potsdam behandelt wurden. Gruppe A bestand aus geriatrischen, nicht palliativen Schmerzpatient*innen, zu Gruppe B zählten geriatrische palliative Schmerzpatient*innen.  

Fragebogen mit Angaben zu Dosierungen und Schmerzstärke 

Basis für die retrospektive monozentrische Kohortenstudie war ein Fragebogen mit Angaben zur Schmerzintensität, zur Dosierung, den Auswirkungen sowie den Nebenwirkungen der Therapie mit Dronabinol. Die Ergebnisse machen Mut: Bei 21 von 40 Patient*innen, deren Daten ausgewertet wurden, konnte eine Schmerzlinderung von mehr als 30 Prozent erreicht werden. Weitere zehn Prozent gaben sogar eine Verbesserung um mehr als die Hälfte an. Etwa vier Symptome oder Nebenwirkungen der Vortherapie wurden nach Angaben der Befragten positiv beeinflusst. 

Die Autor*innen der Studie schlussfolgern aus den Ergebnissen, dass cannabisbasierte Arzneimittel eine effektive und risikoarme Therapieoption zur Behandlung geriatrischer Schmerz- und Palliativpatient*innen darstellen. Gleichzeitig fordern sie weitere klinische Studien – insbesondere zum Indikationsspektrum der Substanzen.  

 

Quelle:  

Wendelmuth C, Wirz S, Torontali M, Gastmeier A, Gastmeier K. Dronabinol bei geriatrischen Schmerz- und Palliativpatienten : Eine retrospektive Auswertung der ambulanten kassenärztlichen Therapie [Dronabinol in geriatric pain and palliative care patients : A retrospective evaluation of statutory-health-insurance-covered outpatient medical treatment]. Schmerz. 2019 Oct;33(5):384-391. German. doi: 10.1007/s00482-019-00408-1. Erratum in: Schmerz. 2019 Dec;33(6):562. PMID: 31473816. 


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20/Apr/2022

Denkstörungen, Wahnvorstellungen und manchmal sogar Halluzinationen, all das sind typische Symptome einer Psychose. Dass CBD Einfluss auf die Gehirne an psychotischen Schüben leidender Menschen haben kann, haben nun britische Forscher*innen des King’s College mithilfe bildgebender Verfahren herausgefunden.  

Eine 19-köpfige Kontrollgruppe sowie 13 Psychose-Patient*innen waren Teilnehmer*innen der Doppelblind-Studie in England. Die erkrankten Probanden bekamen ihre regulären antipsychotischen Medikamente. Die Gehirnaktivitäten aller Teilnehmer*innen wurden mithilfe der MRT-Technologie (Magnetresonanztomografie) verfolgt.  

Normalisierung der Aktivitäten in präfrontalen und medio temporalen Hirnarealen 

 Die Probanden mit Symptomen erhielten an einzelnen Tagen ein Scheinmedikament, hierbei konnten durch die Forscher*innen, im Vergleich zur Kontrollgruppe, abweichende Aktivitäten in den präfrontalen und medio temporalen Hirnarealen festgestellt werden. Hinzu kommt, dass bei den nicht-psychotischen Teilnehmer*innen Hippocampus und Striatum weniger stark zusammenwirkten. Eine der gesunden Kontrollgruppe ähnliche Hirnaktivität konnte bei der symptomatischen Gruppe nach Gabe von 600mg CBD aufgezeigt werden.  

Anhand dieser Erkenntnisse schließen die Autor*innen der Studie auf eine Wirksamkeit von CBD bei psychotischen Symptomen. Endgültige Schlüsse lassen sich aufgrund der geringen Teilnehmer*innenzahl aber noch nicht ziehen. Es fehle außerdem an Untersuchungen der langfristigen Effekte des CBD-Konsums. Daher fordern die Forscher*innen umfangreichere Untersuchungen im Zusammenhang mit CBD und Psychosen sowie anderer neuropsychiatrischer Erkrankungen.  

 

Quelle:  

O’Neill A, Wilson R, Blest-Hopley G, Annibale L, Colizzi M, Brammer M, Giampietro V, Bhattacharyya S. Normalization of mediotemporal and prefrontal activity, and mediotemporal-striatal connectivity, may underlie antipsychotic effects of cannabidiol in psychosis. Psychol Med. 2021 Mar;51(4):596-606. doi: 10.101  

 


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05/Apr/2022

Die Inhalation von Cannabidiol E-Liquid hat positive Auswirkungen auf das verbale episodische Gedächtnis junger gesunder Menschen. Dies fand kürzlich eine Gruppe Schweizer Forscher*innen im Rahmen einer Placebo-kontrollierten Studie heraus. 34 Personen mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren und ohne Vorerkrankungen wurden gebeten, 15 nicht miteinander verwandte Substantive auswendig zu lernen. Im Anschluss bekamen sie einmal eine Einzeldosis CBD (12,5 mg Cannabidiol E-Liquid) und einmal ein Placebo zum Verdampfen. Nach ca. 20 Minuten wurden sie auf ihr verbales episodisches Erinnerungsvermögen hin untersucht. 

CBD sticht Placebo aus

Das Ergebnis ist deutlich: Im Vergleich zum Scheinmedikament verbesserte das CBD die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses. Die Baseler Forschergruppe schließt daraus, dass CBD nicht nur keinen negativen Effekt auf grundlegende kognitive Funktionen hat, sie sehen auch einen weiteren Beleg für die Interaktion des zentralen Endocannabinoid-Systems mit verdampftem CBD. Schlussfolgernd könnte CBD in der Lage sein, Gedächtnisprozesse positiv zu beeinflussen und könnte gegebenenfalls weiteres therapeutisches Potenzial aufweisen. 

Um optimale Dosis-Wirkungs-Beziehungen zu untersuchen, empfehlen die Neurowissenschaftler*innen aus der Schweiz weitere, umfangreiche Studien. 

Quelle:  

Hotz J, Fehlmann B, Papassotiropoulos A, de Quervain DJ, Schicktanz NS. Cannabidiol enhances verbal episodic memory in healthy young participants: A randomized clinical trial. J Psychiatr Res. 2021 Nov;143:327-333. doi: 10.1016/j.jpsychires.2021.09.007. Epub 2021 Sep 7. PMID: 34536664. 

 


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16/Mrz/2022

Einer Gruppe US-amerikanischer Wissenschaftler*innen aus Florida ist ein weiterer Vorstoß in Sachen Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei chronischen Schmerzen gelungen. Die Auswertung von Real World Data zeigte eine Verbesserung in Sachen Angst/Depression, Schlaf und Lebensqualität. 

Die Forschergruppe aus Florida untersuchte die Daten von 46 Erwachsenen (Durchschnittsalter: 55 Jahre, circa zur Hälfte Männer und Frauen), die wegen chronischer Schmerzen eine Behandlung mit medizinischem Cannabis begonnen hatten. Ein Merkmal der prospektiven Studie: Die Befragung zu den Faktoren Schmerzintensität, Angst/Depression, Schlaf und Lebensqualität erfolgte unter sogenannten Realbedingungen, das heißt die Betroffenen übermittelten ihre Angaben per Smartphone direkt aus ihrer natürlichen Umgebung an die Wissenschaftler*innen.   

Um die Wirksamkeit der Medikation zu überprüfen, erfolgte eine Basiserhebung, eine EMA (Ecological Momentary Assessment: Diagnostischer Zugang zum Verhalten und Erleben der Probanden) nach einer bzw. drei Wochen sowie eine Nacherhebung nach drei Monaten zum Studienende.  

Erste Effekte bereits nach wenigen Wochen Therapie sichtbar

Die Ergebnisse sind eindeutig: Bereits nach einigen Wochen der Therapie zeigten die selbst- berichteten Daten eine signifikante Verringerung der momentanen Schmerzintensität und einen ebensolchen Anstieg der täglichen Schlafdauer. 

Nach drei Monaten konnte eine signifikante Veränderung der stärksten Schmerzen sowie im depressiven Erleben der Betroffenen festgestellt werden. Darüber hinaus wurden eine Erhöhung der Schlafdauer, eine Verbesserung der Schlafqualität sowie eine Steigerung der Lebensqualität im Vergleich zur Basiserhebung beobachtet.  

Florida zählt innerhalb Vereinigten Staaten zu den am schnellsten wachsenden Märkten im Bereich des medizinischen Cannabis.  

Quelle:  

Wang Y, Jean Jacques J, Li Z, Sibille KT, Cook RL. Health Outcomes among Adults Initiating Medical Cannabis for Chronic Pain: A 3-month Prospective Study Incorporating Ecological Momentary Assessment (EMA). Cannabis. 2021 Oct;4(2):69-83. doi: 10.26828/cannabis/2021.02.006. PMID: 34671723; PMCID: PMC8525881


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16/Feb/2022

Im Allgemeinen haben sie keinen besonders guten Ruf: Viele Amöben enthalten Bakterien, die bei Menschen Krankheiten hervorrufen können. Einer Forschergruppe vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena ist nun ein Clou gelungen – sie haben die Amöbe Dictyostelium discoideum dazu gebracht, eine Vorstufe des Cannabis-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) zu produzieren.  

Amöben sind Einzeller und in der Lage, zahlreiche Naturstoffe herzustellen. Im Falle der Gattung Dictyostelium discoideum – eines Schleimpilzes – sind das verschiedene Polyketide, die für eine ganze Reihe therapeutischer Anwendungen verwendet werden können. Dazu zählt die Cannbinoidvorstufe Olivetolsäure. Das diesbezügliche Wirkprinzip der Einzeller: Sie schließen sich zu größeren Gebilden zusammen, die wie ein Mehrzeller agieren können. 

Reaktivierung von Schleimpilz-Enzymen

Im Rahmen ihrer Forschungen stellte der Jenaer Arbeitskreis zunächst fest, dass die Schleimpilze je nach Versuchsordnung entweder Resveratrol (einen sekundären Pflanzenstoff, dem unter anderem eine antientzündliche Wirkung zugeschrieben wird) oder aber Olivetolsäure produzierten. Der Haken: Die Synthese funktioniert nur, wenn im Nährmedium ein spezieller chemischer Zusatzstoff vorhanden ist. Darüber hinaus fällt die erzeugte Menge marginal aus.  

Im nächsten Schritt entwickelte das Forscherteam eine Möglichkeit, die Schleimpilz-Enzyme mit einem Enzym der Hanfpflanze zu vereinen. Es entsteht ein Hybridkonstrukt, das in das Erbgut von Dictyostelium discoideum eingeschleust wird. In der Folge stellt die Amöbe direkt die benötigte Vorstufe her –  Olivetolsäure wird also ohne weitere Zusätze produziert.

Dictyostelium discoideum fungiert als Produktionsplattform

Im nächsten Schritt will das Forscherteam das Endprodukt THC direkt in den Amöben erzeugen und dazu zwei weitere fehlende Enzyme in den Einzeller einbringen. Ein Patent für die biotechnologische Gewinnung der Pflanzenstoffe wurde bereits angemeldet. Es ist deshalb besonders erfolgversprechend, weil die chemische Gewinnung von THC in Reinform sehr aufwändig, teuer und mit geringem Ertrag verbunden ist. Mikroben dagegen können massenhaft kultiviert werden und so theoretisch in kurzer Zeit große Mengen an THC herstellen. Dabei ist die Produktion nicht abhängig vom Wachstum einer Pflanze oder den klimatischen Verhältnissen. 

 

Originalquelle:  

Reimer C, Kufs JE, Rautschek J, Regestein L, Valiante V, Hillmann F. Engineering the amoeba Dictyostelium discoideum for biosynthesis of a cannabinoid precursor and other polyketides. Nat Biotechnol. 2022 Jan 6. doi: 10.1038/s41587-021-01143-8. Epub ahead of print. PMID: 34992245. 


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28/Jan/2022

Die Corona-Pandemie hat die Welt weiter fest in ihrem  Griff. Neben Impfstoffen setzt die Fachwelt vermehrt auf Medikamente, die den Krankheitsverlauf abmildern und schwere Verläufe verhindern. Eine Studie aus den USA belegt: Aus Hanf gewonnene Verbindungen können das Coronavirus Sars-CoV-2 bei seinem Eintritt in menschliche Zellen ausbremsen.  

Wissenschaftler der Oregon State University haben in Neutralisationstests im Labor herausgefunden, dass die Cannabinoide CBGA (Cannabigerolsäure) und CBDA (Cannabidiolsäure) das Andocken und Eindringen von Sars-CoV-2 in menschliche Epithelzellen verhinderten. Ihre Vermutung: Die beiden Hanfsäuren binden an das Spike-Protein des Virus, das wie ein Stachel auf dessen Oberfläche sitzt. Damit scheint das Infektionsrisiko geringer auszufallen.  

Vorteil der untersuchten Cannbinoide: Weite Verbreitung 

Laut den Experten um Studienleiter Richard van Breemen haben CBGA und CBDA den Vorteil, dass sie weitverbreitet und leicht verfügbar sind. So seien die beiden Wirkstoffe in der Hanfpflanze und zahlreichen Hanfextrakten vorhanden, leicht extrahierbar und wirkten nicht psychoaktiv. Van Breemen empfiehlt darüber hinaus eine orale Einnahme der Präparate, etwa in Form von Tropfen oder Tabletten. Die Forscher gehen nicht zuletzt davon aus, dass sie durch den Einsatz der Cannabinoide zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Das Infektionsrisiko werde nicht nur minimiert, sondern die Symptome der Erkrankung im akuten Verlauf auch leichter erträglich.  

Wirksamkeit gegen Varianten B.1.1.7 (Alpha) und B.1.351 (Beta) untersucht

Die Studie zeigt, dass die Inhaltsstoffe des Cannabis gegen die Alpha- und Beta-Variante von Sars-CoV-2 wirkten. Zu den nachfolgenden Varianten lassen sich bislang keine Aussagen treffen. Die Autoren sind trotzdem optimistisch und vermuten Effekte der beiden untersuchten Säuren auch auf weitere aktuell bestehende und zukünftig folgende Varianten des Corona-Virus.  

An Covid-19-Impfstoff führt kein Weg vorbei

Für van Breemen und sein Team ist klar: Cannabinoide alleine können den Kampf gegen die weltweite Pandemie nicht beenden. Sie empfehlen daher die Kombination aus CBGA, CBDA und einer Impfung. Auch die aktuell verfügbaren Impfstoffe und mögliche Antikörpertherapien zielen auf das Spike-Protein des Corona-Virus ab.  

Quellen:  

Van Breemen RB, Muchiri RN, Bates TA, Weinstein JB, Leier HC, Farley S, Tafesse FG. Cannabinoids Block Cellular Entry of SARS-CoV-2 and the Emerging Variants. J Nat Prod. 2022 Jan 10:acs.jnatprod.1c00946. doi: 10.1021/acs.jnatprod.1c00946. Epub ahead of print. PMID: 35007072; PMCID: PMC8768006. 

Oregon State research shows hemp compounds prevent coronavirus from entering human cells | Oregon State University 

 


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02/Jun/2021

Venöse Beingeschwüre – auch „offenes Bein“ genannt – sind tiefe, schlecht heilende Wunden am Unterschenkel. Ältere, chronisch erkrankte Patient*innen leiden am häufigsten unter dieser Erkrankung. Eine zusätzliche Therapie mit äußerlichen cannabis-basierten Medikamenten beschleunigen die Wundheilung. Das fand ein kanadisches Forscherteam vor Kurzem in einer offenen Studie heraus. Ein Grund dafür sind unter anderem die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sowie Flavonoide und Terpene, welche in der Cannabispflanze enthalten sind.

Warum erkranken Patienten*innen an venösen Beingeschwüren?

Die Erkrankung tritt als Folge von Durchblutungsstörungen in den Beinen auf. Am häufigsten durch eine Beinvenenschwäche. Hier ist der Rücktransport des Blutes zum Herzen beeinträchtigt. Die Geschwüre werden normalerweise mit Kompressionsverbänden behandelt, welche den Rücktransport des Blutes unterstützen. Außerdem werden äußerlich auf der Haut angewandte Medikamente, sogenannte topische Medikamente, zur Wundheilung genutzt.

Bei diesen Methoden stehen die Erfolgschancen einer vollständigen Wundheilung jedoch nur bei 50 bis 75 Prozent nach sechs Monaten optimaler Behandlung. Die Chance, dass die Geschwüre innerhalb eines Jahres zurückkommen, liegt bei 40 bis 70 Prozent. Aus diesem Grund müssen die Patient*innen vorbeugend Kompressionsstrümpfe tragen.

Einige Risikofaktoren für venöse Beingeschwüre sind:

  • Chronisch-venöse Insuffizienz (Beinvenenschwäche)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Verminderte Gehfähigkeit
  • Höheres Lebensalter
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck

Vollständiger Wundverschluss bei 79 % der Patient*innen

An der offenen Studie eines Wundzentrum in Toronto nahmen 14 Erkrankte mit insgesamt 16 Wunden teil. Bei den Studienteilnehmenden hatten die üblichen Therapien wie Kompressionsstrümpfe nicht geholfen und die Geschwüre waren im Durchschnitt älter als sechs Monate. Ein Patient litt sogar seit über zwölf Jahren an einer Wunde. Das Alter der Teilnehmenden lag im Schnitt bei 75,8 Jahren und sie hatten komplexere Begleiterkrankungen. Außerdem lagen bei den meisten Patient*innen Risikofaktoren für eine verminderte Wundheilung wie Ödeme (Wassereinlagerungen) und periphere arterielle Durchblutungsstörungen vor.

Die Behandlung erfolgte mit Kompressionsverbänden und topischen cannabis-basierten Medikamenten. Die Cannabiszubereitung wurde alle zwei Tage von den Betroffenen selbst auf die Wunden und dem anliegenden Bereich aufgetragen. Die Cannabisrezeptur enthielt die Cannabinoide THC und CBD, die Flavonoide Quercetin, Diosmin und Hesperdin sowie das Terpen Beta-Caryophyllen.

Das Ergebnis der Behandlung war sehr erfreulich. Ein vollständiger Wundverschluss wurde bei 11 Patienten*innen (79 %) und 13 Geschwüren (81 %) nach durchschnittlich 34 Tagen Behandlung beobachtet. Bei den anderen Personen wurde eine weit fortgeschrittene Wundheilung beobachtet. Nebenwirkungen traten nicht auf.

Interaktion von Cannabinoiden, Flavonoiden und Terpenen

Bei der Wundheilung spielt das Endocannabinoidsystem (ECS) eine wichtige Rolle. Die entzündungshemmenden Wirkungen von THC und CBD werden über die CB1- und CB2-Rezeptoren vermittelt. Diese Rezeptoren gibt es reichlich in unserer Haut. Cannabinoide führen außerdem zu einer Erweiterung der Blutgefäße, wodurch die Gewebedurchblutung sowie Sauerstoffversorgung verbessert wird.

Das Terpen Beta-Caryophyllen bindet an CB2-Rezeptoren und wirkt ebenfalls entzündungshemmend. Das Flavonoid Quercetin kann auch die Wundheilung beschleunigen und Diosmin, Hesperidin sowie Flavonoide stärken die Venen.

Einfache und sichere Wundbehandlung mit topischen Cannabis-Medikamenten

Die Studie zeigt, dass Cannabispräparate zur äußerlichen Anwendung die Wundheilung bei venösen Beingeschwüren beschleunigen. Auch bei Wunden, wo gängige Therapien nicht mehr richtig helfen, wurde die Heilung deutlich beschleunigt. Ein weiterer Vorteil ist die unkomplizierte Anwendung, welche die Patient*innen eigenständig zu Hause durchführen können. In der Zukunft wird es weiter Studien geben, die topische Cannabispräparate auch gegen andere Wundarten untersuchen.

 

Quelle:

Maida V, Shi RB, Fazzari FGT, Zomparelli L. Topical Cannabis-Based Medicines – A Novel Adjuvant Treatment for Venous Leg Ulcers: An Open-Label Trial. Exp Dermatol. 2021 May 19. doi: 10.1111/exd.14395. Epub ahead of print. PMID: 34013652.

 


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28/Apr/2021

Laut des GAMSI-Berichts der gesetzlichen Krankenkassen wird medizinisches Cannabis immer bedeutender in der Behandlung von Krankheiten. Im Jahr 2020 wuchsen die Umsätze cannabisbasierter Medikamente auf 165 Millionen Euro. 16 Millionen Euro fielen davon allein auf den März – der Rekordmonat in Sachen Umsatz. Auch Verordnungen von medizinischem Cannabis stiegen in 2020: im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent. Am häufigsten wurden Cannabisblüten in unverarbeiteter Form oder als Zubereitungen verschrieben. Verordnungen von Cannabinoid-Zubereitungen wie Dronabinol-Kapseln und Fertigarzneimittel stiegen ebenfalls stark an. Von 2019 auf 2020 lag hier die Steigerung bei 76 Prozent.

Umsatz von Cannabis-Verordnungen steigt um 34 %

Im Jahr 2020 wurden rund 340.000 Verordnungen für cannabisbasierte Arzneimittel, Blüten und Rezepturen von Ärzt*innen ausgestellt. Das ist ein Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zu rund 267.000 Verordnung im Jahr 2019.

Das bedeutet auch einen Anstieg der Bruttoumsätze, die auf 165 Millionen Euro kletterten. In Jahr 2019 verbuchte medizinisches Cannabis einen Bruttoumsatz von 123 Millionen Euro. Damit stieg der Umsatz von 2019 auf 2020 um 34 Prozent.

Unverarbeitete Cannabisblüten werden bevorzugt

Der Bericht der gesetzlichen Krankenkassen besagt, dass im Jahr 2020 unverarbeitete Cannabisblüten und die Zubereitungen aus Cannabisblüten mit 43 Prozent den größten Anteil am Gesamtbruttoumsatz haben. Die Anzahl der Verordnungen dieser sank jedoch um 9,7 Prozent.

Genauer betrachtet bedeutet das: Unverarbeitete Cannabisblüten werden vermehrt verschrieben. Von 2019 auf 2020 sind die Verschreibungen von 91.229 auf 100.090 gestiegen. Das ist ein Anstieg von 10,5 Prozent.

Bei den Blütenzubereitungen sieht es anders aus. Diese sanken von 43.952 im Jahr 2019 auf 21.262 im Jahr 2020. Damit verringerten sich die Verordnungen um 51,6 Prozent in einem Jahr.

Verordnungen für Cannabinoid-Rezepturen und Fertigarzneimittel steigen

Im Jahr 2019 wurden 66.359 Verordnungen für Cannabinoid-Zubereitungen (z. B. Dronabinol-Kapsel) und Fertigarzneimittel verschrieben. Cannabinoid-haltigen Arzneimittel.

Im darauffolgenden Jahr änderten sich die Verhältnisse deutlich. Wenn die Verordnungszahlen für unverarbeitete Cannabisblüten und Cannabiszubereitungen im Jahre 2020 getrennt betrachtet werden, sind Cannabinoid- und Fertigarzneimitteln-Rezepturen mit 117.171 die größte Gruppe. Unverarbeitete Cannabisblüten belegen Platz zwei und Sativex® Platz drei.

Konstante Umsatzzahlen im Jahr 2020

Die Umsätze im Jahr 2020 sind relativ konstant und liegen bei rund 41 Millionen Euro pro Quartal. Ein Jahr zuvor in 2019 stiegen die Umsatzzahlen von Quartal zu Quartal. Im ersten Quartal 2019 wurden rund 24,5 Millionen Euro verbucht. Im letzten Quartal stiegen diese dann auf 36,6 Millionen Euro. Damit wuchsen die Umsätze um 67 %.

Ein Grund für den Anstieg der gesamten Jahresumsätze von 2019 auf 2020 ist die Zulassung von Epidyolex®. Epidyolex® ist ein cannabidiolhaltiges Medikament gegen seltene Epilepsieformen bei Kindern (Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom). Dieses wurde im Oktober 2019 in Deutschland zugelassen. Weitere Cannabis-Arzneimittel sind Canemes® und Sativex®, welche konstante Umsätze generierten.

Cannabisextrakte nehmen an Bedeutung zu

Die Umsätze mit unveränderten Extrakten sind dagegen gestiegen. Im ersten Halbjahr von 2020, also von Januar bis Juni lagen die Umsätze bei 3,96 Millionen Euro. In der zweiten Jahreshälfte stiegen die Bruttoumsätze auf fast 5 Millionen Euro an. Das entspricht einer Zunahme um 26,1 Prozent.

Bruttoumsätze von Cannabinoid-haltigen Fertigarzneimitteln und Zubereitungen

2019Bruttoumsätze in Millionen Euro *
1.Quartal (Januar – März)24,5
2.Quartal (April – Juni)29,5
3.Quartal (Juli – September)32,3
4.Quartal (Oktober – Dezember)36,6
Gesamtjahr123

2020Bruttoumsätze in Millionen Euro*
1.Quartal (Januar – März)41,9
2.Quartal (April – Juni)40,1
3.Quartal (Juli – September) 40,1
4.Quartal (Oktober – Dezember)42,7
Gesamtjahr165

*Gerundete Werte

 

In welcher Form wird medizinisches Cannabis verordnet?

  • Unveränderte Cannabisblüten
  • Cannabisblüten in Zubereitungen: zerkleinerte, gesiebte und gegebenenfalls in Einzeldosen verpackte Cannabisblüten zur Inhalation nach Verdampfung oder Teezubereitung
  • Unveränderte Cannabinoid-haltige Stoffe wie Cannabisextrakte
  • Cannabinoid-haltige Stoffe oder Cannabis-Fertigarzneimittel in Zubereitungen: z.B. Dronabinol in Form von Tropfen und Kapseln; andere Fertigarzneimittel in Zubereitungen wie alkoholische Inhalationslösung oder ölige Cannabisharz-Lösung
  • Importierte Cannabinoid-haltige Fertigarzneimittel: Marinol® (Dronabinol-Kapseln), Syndros® (Dronabinol-Lösung)
  • Cannabinoid-haltige Fertigarzneimittel: Canemes ® (Nabilon-Kapseln), Epidyolex® (Cannabidiol-Lösung), Sativex ® (Mundspray mit Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol)

 

Der GAMSI-Bericht enthält nur die Daten von Kassenpatienten*innen. Daten von Privatpatienten*innen und Selbstzahler*innen werden hier nicht statistisch erfasst

 

Quellen:

https://www.gkv-gamsi.de/media/dokumente/quartalsberichte/2019/q4_21/Bundesbericht_GAmSi_201912_konsolidiert_Sonderbeilage_Cannabis.pdf

https://www.gkv-gamsi.de/media/dokumente/quartalsberichte/2020/q4_23/Bundesbericht_GAmSi_202012_konsolidiert_Sonderbeilage_Cannabis.pdf

https://www.deutschesapothekenportal.de/rezept-retax/dap-retax-arbeitshilfen/rezeptur/sonder-pzn/


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CanPharma verfügt über eine pharmazeutische Großhandelserlaubnis nach §52a des Arzneimittelgesetzes sowie eine Lizenz zum Umgang mit Betäubungsmitteln im Sinne des §3 des Betäubungsmittelgesetzes. Darüber hinaus verfügt CanPharma über ein GDP-zertifiziertes Qualitätssicherungssystem.

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