Beendigung der Opioideinnahme nach Cannabis-Therapie

November 4, 2020 0
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In Deutschland zählen chronische Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich (Lumbalgien) zu den häufigsten Erkrankungen. Die Ursachen können vielfältig sein. Besonders häufig leiden Patienten unter einer Arthrose der Wirbelgelenke, einer Osteochondrose (verschleißbedingte Veränderungen an Wirbelkörpern und Bandscheibe) sowie einer Bandscheibenvorwölbung.

In vielen Fällen reichen nicht-medikamentöse Therapien und die Gabe von Schmerzmitteln nicht aus, um die Beschwerden effektiv zu lindern. Bei sehr starken Schmerzen kommen dann Opioide zum Einsatz, die erhebliche Nebenwirkungen und ein hohes Abhängigkeitsrisiko bergen.

Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass Patienten, die Opioide und zusätzlich medizinisches Cannabis einnehmen, ihre Opioiddosis reduzieren konnten. Dies ist möglich, da Cannabinoide die Wirkung von Opioiden verstärken können. Insofern können sich Opioide und Cannabinoide im Rahmen einer Schmerztherapie ergänzen.

Neue Studie liefert positive Ergebnisse

Die Society of Cannabis Clinicians in Sebastopol (USA) hat jetzt die Ergebnisse ihrer retrospektiven Kohortenstudie mit 61 Patienten, die an chronischen LWS-Schmerzen leiden und Opioide einnehmen, veröffentlicht.

Nachdem die Patienten medizinisches Cannabis erhielten, konnten 50,8 Prozent die Opioideinnahme beenden. Dies dauerte im Median 6,4 Jahre (IQR01,75-11 Jahre). Von den 29 Patienten, die ihre Einnahme von Opioiden nicht einstellen konnten, waren neun Patienten in der Lage, die Opioiddosis zu reduzieren. Weitere drei Patienten behielten die Dosis bei und 17 Patienten mussten die Dosis erhöhen.

Die Autoren der Studie erklärten, dass keine Variablen identifiziert werden konnten, anhand dessen messbar war, welche Patienten die Opioideinnahme beendeten. Allerdings nehmen die Autoren an, dass diejenigen, die höhere Dosen Cannabis konsumierten, auch mit größerer Wahrscheinlichkeit keine Opioide mehr zur Schmerzlinderung benötigten.

In ihrer abschließenden Erklärung führten die Autoren der Studie aus, dass der Cannabiskonsum in dieser Langzeitbeobachtungsstudie bei etwa mehr als der Hälfte der Patienten als Alternative zu Opioiden wirkte sowie als Ergänzung zur Verringerung der Einnahme bei chronischen Opioidkonsumenten.

Takakuwa KM, Hergenrather JY, Shofer FS, Schears RM. The Impact of Medical Cannabis on Intermittent and Chronic Opioid Users with Back Pain: How Cannabis Diminished Prescription Opioid Usage. Cannabis Cannabinoid Res. 2020 Sep 2;5(3):263-270. doi: 10.1089/can.2019.0039. PMID: 32923663; PMCID: PMC7480723
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32923663/

 


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