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17/Jun/2020

Die Washington State University hat die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie veröffentlicht. Hierin heißt es, dass Patienten, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, ihre Symptome wie Flashbacks, Angst und Reizbarkeit mithilfe von medizinischem Cannabis reduzieren konnten.

Bei Menschen, die eine Extremsituation durchlebt haben, besteht das erhöhte Risiko, dass sie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zu entwickeln. Solche Extremsituationen können beispielsweise schwere Unfälle, lebensbedrohliche Erkrankungen, Misshandlungen im Kinder- oder Erwachsenenalter sein. Aber auch das Miterleben von Kriegen, Gefangenschaft oder Terroranschläge können Auslöser dieser psychischen Erkrankung sein.
Diese muss nicht zwangsläufig direkt nach der traumatischen Erfahrung auftreten. Noch Wochen, Monate oder sogar Jahre später können sich verschiedene Symptome zeigen.

Typische Symptome äußern sich in Form von Intrusionen und Flashbacks, wenn Betroffene von den aufkommenden Erinnerungen an das Trauma überwältigt werden. Meist werden Intrusionen und Flashbacks von Schlüsselreizen ausgelöst. Also wenn beispielsweise ein Kriegsopfer einen lauten Knall hört oder ein Brandopfer vielleicht Rauch riecht. Weitere Symptome einer PTBS können sich wie folgt äußern:

  • Albträume
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen und Atemnot
  • Schwindel
  • Zittern
  • Angst, Reizbarkeit und Nervosität
  • Depression

Behandlung einer PTBS

Betroffene benötigen vor allem eine psychologische Betreuung und in schweren Fällen auch einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Dabei besteht die Therapie in der Regel aus den drei Phasen Schaffung einer sicheren Umgebung, Stabilisierung und Traumaüberwindung.

Eine medikamentöse Therapie kommt meist nur zum Einsatz, wenn Betroffene zum Beispiel unter starken Schlafstörungen, Unruhezuständen, Angstzuständen oder Depressionen leiden. Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass medizinische Cannabis bei einer PTBS unterstützend eingesetzt werden kann, um die Symptome zu lindern.

Ergebnisse der aktuellen Beobachtungsstudie

404 medizinische Cannabiskonsumenten mit einer PTBS verwendeten über einen Zeitraum von 31 Monaten eine App, um Veränderungen ihrer Beschwerden (Flashbacks, Intrusionen, Angst, Reizbarkeit) in Abhängigkeit von unterschiedlichen Cannabissorten und -dosen vor und nach der Inhalation zu verfolgen.

Im Ergebnis heißt es, dass sich die Symptome nach der Inhalation des medizinischen Cannabis um mehr als 50 Prozent reduzierten. Im weiteren Verlauf war auch ein Rückgang der Intrusionen und Reizbarkeit zu verzeichnen, insbesondere bei höheren Dosen.

Die Forscher der Washington State University erklärten, dass medizinisches Cannabis vorübergehend zur Linderung der PTBS-Symptome eingesetzt werden könne. Als langfristiges Mittel sei es laut den Forschern möglicherweise nicht geeignet, da die Betroffenen in der Beobachtungsstudie die Dosis mit der Zeit immer weiter erhöhten. Dies könne auf die Entwicklung einer Toleranz hindeuten.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32469819/


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10/Jun/2020

Die Ergebnisse einer israelischen Beobachtungsstudie zeigen, dass sich bei Fibromyalgie-Patienten, die sich mit Cannabis selbst mediziert hatten, die Schmerzsymptomatik besserte und dass sie die Schmerzmitteldosis reduzieren konnten.

Die Krankheit Fibromyalgie („Faser-Muskel-Schmerz“) ist ein sehr komplexes Schmerzsyndrom. Betroffene leiden unter Schmerzen in den Muskeln sowie dem Bindegewebe in verschiedenen Körperregionen. Auch können Druckschmerzen über bestimmten Schmerzpunkten auftreten. Daneben berichten Betroffene häufig auch über weitere Beschwerden wie Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Problemen.

Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. So können eine gestörte Schmerzverarbeitung oder veränderte Nervenfasern im Muskelgewebe ursächlich sein. Zudem können verschiedene psychische Beschwerden die Erkrankung begünstigen.

Mithilfe von Bewegungstherapien und Entspannungsverfahren können Betroffene die Beschwerden der Fibromyalgie lindern. Oftmals werden Patienten auch Schmerzmittel oder Antidepressiva verordnet.

Beobachtungsstudie in Israel

Die Ärzte des Laniado-Krankenhauses in Netanya sowie im Krankenhaus von Nazareth beobachteten insgesamt 101 Fibromyalgie-Patienten. 73 Prozent der Teilnehmerinnen waren weiblich. Das Durchschnittsalter betrug 45 Jahre. Reines Cannabis wurde von 54 Prozent der Teilnehmer geraucht. Lediglich 18 Prozent der Teilnehmer verdampften Cannabis und nur drei Teilnehmer verwendeten Cannabis-Öl. Die restlichen Teilnehmer medizierten sich mit unterschiedlichen Kombinationen.

Im Ergebnis heißt es, dass 47 Prozent der Teilnehmer aufgrund der Selbstmedikation mit Cannabis keine weiteren Medikamente zur Symptomlinderung mehr einnahmen. 51 Prozent konnten die Dosis der Schmerzmedikation reduzieren. Nur ein Teilnehmer brach die Medikation mit Cannabis ab.

Darüber hinaus berichteten die Ärzte, dass sich die Schmerzsymptomatik und der Schlaf bei den Teilnehmern um etwa 77 Prozent verbesserte. Die mittlere täglich konsumierte Cannabis-Menge war dabei relativ gering. Sie betrug weniger als 1 Gramm.

Aus den Ergebnissen schlussfolgerten die Ärzte, dass Cannabis eine wirksame Behandlung bei Fibromyalgie sein kann.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32431124/


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03/Jun/2020

Der Wirkstoff Haloperidol ist ein hochpotentes Antipsychotikum (Neuroleptikum), das zur Behandlung von akuter Manie, akuter und chronischer Schizophrenie und bei Tic-Erkrankungen (Tourette-Syndrom) zugelassen ist. Die Einnahme des Medikamentes ist jedoch mit starken Nebenwirkungen verbunden. Es können unter anderem langfristige Bewegungsstörungen sowie späte Dyskinesien auftreten.

Forscher aus Lagos konnten jetzt im Tiermodell zeigen, dass die gleichzeitige Gabe von Haloperidol und Cannabidiol (CBD) diese Nebenwirkungen verhindern konnte.

Wie wirkt Haloperidol?

Die Nervenzellen im Gehirn kommunizieren über unterschiedliche Neurotransmitter (Botenstoffe). Diese können grob in zwei Gruppen eingeteilt werden: Während die einen Botenstoffe wie Noradrenalin aktivierend, erregend und antriebsfördernd wirken, lösen andere Botenstoffe wie Serotonin („Glückshormon“) beruhigende und dämpfende Effekte aus.

Haloperidol wird verordnet, wenn bei Patienten ein Überschuss des Botenstoffes Dopamin festgestellt wird. Dopamin wird ebenfalls als „Glückshormon“ bezeichnet. Dieser Überschuss kann Schizophrenie, Psychosen, Wahnvorstellungen und Realitätsverlust auslösen.

Der Wirkstoff Haloperidol bindet an die Dopaminrezeptoren und blockiert diese, sodass die Dopamin-Signale nicht weitergeleitet werden. Infolge dessen normalisiert sich der hohe Dopamin-Spiegel.

Bei der Parkinson-Krankheit weisen Patienten einen Dopamin-Mangel auf, sodass die Bewegungsabläufe des Körpers gestört sind. Da Haloperidol die Dopamin-Signale blockiert, können ebenfalls Bewegungsstörungen auftreten. Diese werden als extrapyramidal-motorische Störungen bezeichnet und äußern sich in Form von Bewegungsdrang, Bewegungsunruhe sowie unwillkürlichen Bewegungen.

Haloperidol in Kombination mit Cannabidiol

Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von CBD auf die Haloperidol-induzierten extrapyramidal-motorischen Störungen. Es gab insgesamt sechs experimentelle Gruppen mit Ratten, die unterschiedliche Kombinationen von oralem Cannabidiol mit 5 mg/kg Haloperidol erhielten.

Die Forscher schlussfolgerten aus den Ergebnissen, dass Haloperidol in Kombination mit CBD die motorischen Beeinträchtigungen lindern sowie langfristige Bewegungsstörungen wie akute dystone Störungen verhindern könnte.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32264772/


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20/Mai/2020

In einem Bericht von „Medical Xpress“ heißt es, dass rund 75.000 Australier an einer chronischen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden. Verursacht werden diese durch Entzündungen im Magen-Darm-Trakt. Infolge dessen leiden Betroffene häufig unter Durchfällen, Verstopfung, Schmerzen und Gewichtsverlust, was die Lebensqualität im Alltag enorm beeinträchtigt.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass neueste Forschungen der Lambert-Initiative für Cannabinoid-Therapeutika an der Universität Sydney gezeigt haben, dass sich ein Viertel der Betroffenen in Australien mit illegalem Cannabis selbst medizieren. Insgesamt wurden 838 Patienten befragt, wovon 25,3 Prozent angaben, Cannabis zur Behandlung ihrer Symptome zu konsumieren. Lediglich 1,4 Prozent erhielten legales medizinisches Cannabis.

Der Hauptforscher und akademische Direktor der Lambert-Initiative namens Professor Iain McGregor, erklärte laut dem Bericht:

“Die Untersuchung wurde durch die Erfahrungen der Familie Taylor aus den Blue Mountains inspiriert: Vater Steven Taylor wurde wegen des Anbaus von Cannabis verhaftet, um das Leiden seiner Töchter Morgan und Taylor zu lindern, die an einer schweren chronischen Darmerkrankung litten und große Erleichterung durch nicht berauschende Zubereitungen aus Cannabisblattsäften fanden.“

Weiter erklärte McGregor, dass dieser Fall zeige, dass zahlreiche Betroffene ihre Erkrankung mit Medikamenten nicht angemessen behandeln können und sich deshalb alternativen Therapieoptionen zuwenden.

Umfrage: Cannabis lindert Symptome

Mehr als 90 Prozent der Betroffenen erklärten, dass sich mithilfe von Cannabis Symptome wie Schmerzen und Krämpfe besserten. Außerdem verbesserten sich die Schlafqualität und die Angstsymptomatik. Hingegen sei der Nutzen bei anderen Symptomen wie Blutungen, Stuhlhäufigkeit, -konsistenz und -dringlichkeit geringer.

Darüber hinaus heißt es, dass sich bei Patienten, die eine medizinische Cannabis-Therapie erhielten, die Lebensqualität erheblich verbesserte. Zudem berichteten die Cannabispatienten, dass sie die Dosen ihrer verordneten Medikamente reduzieren konnten und seltener eine fachärztliche Behandlung benötigten.

Auch zu Nebenwirkungen beim Cannabiskonsum wurden die Patienten befragt. Diese seien gering ausgefallen und beschränkten sich vorwiegend auf Schläfrigkeit und Gedächtnisstörungen.

Source : https://medicalxpress.com/news/2020-04-survey-results-reveal-australian-usage.html


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13/Mai/2020

Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass Cannabidiol (CBD) entzündungshemmende Eigenschaften entfalten kann. Einem Medienbericht zufolge führen jetzt Forscher der Universität Tel Aviv verschiedene klinische Studien durch, in der der Einsatz von CBD bei der Lungenkrankheit COVID-19 untersucht werden soll.

Da COVID-19 das Atmungssystem angreift, werden die Forscher betroffenen Patienten CBD-angereicherte Exosomen durch ein Inhalationsgerät verabreichen. Dass CBD womöglich dazu beitragen kann, das Immunsystem zu regulieren und Entzündung zu hemmen, konnten frühere Studien bereits zeigen. Die Forscher gehen davon aus, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften von CBD die geschädigten Zellen durch einen synergistischen Effekt reparieren könnten.

Eine weitere klinische Studie wird an COVID-19-Patienten durchgeführt, die derzeit im Rabin Medical Center in Israel behandelt werden. Hier werden die Forscher inhalierbare Steroide mit CBD kombinieren, da CBD in der Lage sein könnte, die Wirkung der Steroide zu verbessern.
Darüber hinaus soll untersucht werden, ob Cannabis mit all seinen Cannabinoiden womöglich in der Lage sein könnte, die COVID-19-Erkrankung zu verlangsamen oder zu stoppen.

Source: https://www.benzinga.com/markets/cannabis/20/04/15877325/israel-researchers-launch-clinical-trials-to-test-cbd-as-covid-19-treatment-supplement


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07/Mai/2020

Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore haben eine Umfrage unter 200 Personen durchgeführt, die innerhalb der vergangenen vier Wochen Opioide und Cannabis verwendeten.

Im Ergebnis heißt es, dass 125 Personen (62,5 Prozent) von Cannabis beim Opioidentzug profitieren konnten. Dabei berichteten Frauen über einen größeren positiven Effekt als Männer. Insbesondere die Symptome wie Schlafstörungen, Zittern und Angstzustände hätten sich durch die Verwendung von Cannabis gebessert.

12 Personen (6 Prozent) gaben hingegen an, dass sich der Opioidentzug durch die Verwendung von Cannabis verschlechtert habe. So seien hier vermehrt Symptome aufgetreten wie tränende Augen und eine laufende Nase.

Laut den Forschern weisen die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass Cannabis die Opioidentzugssymptome verbessern kann und dass die Wirkung klinisch bedeutsam sei. Weiter erklären die Forscher, dass Cannabis die Symptome lediglich bei einer Minderheit verschlimmert habe. Damit seien prospektiv konzipierte Studien, in denen die Auswirkungen von Cannabis auf den Opioidentzug untersucht werden, gerechtfertigt.

Bergeria CL, Huhn AS, Dunn KE. The impact of naturalistic cannabis use on self-reported opioid withdrawal. J Subst Abuse Treat 2020;113:108005


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29/Apr/2020

Das Staphylococcus-aureus-Bakterium besiedelt viele Menschen, ohne eine Erkrankung hervorzurufen. In einigen Fällen, insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem, kann das Bakterium jedoch Wundinfektionen, Lungen- und Hirnhautentzündungen verursachen. Besonders problematisch ist hier, dass einige Varianten des Bakteriums antibiotikaresistent sind.

Um diese Resistenz zu umgehen und die Antibiotikawirkung zu erhöhen, suchen Forscher nach neuen Ansätzen. Einer dieser Ansätze besteht darin, sogenannte Helfersubstanzen zu nutzen, die die Wirksamkeit eines Antibiotikums verstärken sollen.

Forscher der University of Southern Denmark stellten jetzt im Rahmen ihrer Studie fest, dass Cannabidiol (CBD) in Kombination mit dem Antibiotika Bacitracin in der Lage sein könnte, das Staphylococcus-aureus-Bakterium zu bekämpfen.

Im Ergebnis heißt es, dass die CBD-Bacitracin-Kombination die Teilung des Bakteriums verhindern konnte, sodass infolge dessen die Bakterienmembran instabil wurde. Durch die verringerte Gabe von Antibiotika könnten laut den Forschern weitere Resistenzen verhindert werden.

Source: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/32139776/


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23/Apr/2020

Der Konsum von medizinischem Cannabis ist laut einer Studie der biologischen Fakultät am Technion-Israel Institute of Technology in Haifa mit einer Verringerung des Einsatzes von ADHS-Medikamenten bei Patienten verbunden, bei denen das Syndrom diagnostiziert wurde.

Die israelischen Forscher befragten 59 Patienten mit ADHS, die eine Lizenz des Gesundheitsministeriums für den Zugang zu medizinischen Cannabisprodukten besaßen. Sie berichteten, dass die Verwendung von medizinischem Cannabis und insbesondere von Produkten, die das Cannabinoid Cannabinol (CBN) dominieren, mit Medikamenten sparenden Wirkungen verbunden war.

Die Ergebnisse legen nahe, dass einige ADHS-Patienten Cannabis als Ersatzbehandlung für konventionellere Medikamente konsumieren könnten, folgerten die Forscher. Sie fügten hinzu: Diese Ergebnisse sind zwar nicht kausal, könnten jedoch Aufschluss über die möglichen positiven Auswirkungen von medizinischem Cannabis auf die Schwere der ADHS-Symptome geben und zukünftige prospektive Studien motivieren, um unsere Ergebnisse zu validieren und möglicherweise sogar in Betracht zu ziehen, ADHS künftig zu einer zugelassenen Indikation für die Medizinalcannabis-Lizenz in Israel zu machen.

Source: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/32017685


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02/Apr/2020

In einer Studie kanadischer Forscher wurde gezeigt, dass Cannabigerol (CBG) einige der besorgniserregendsten antibiotikaresistenten Bakterien abtötet.

Ein Team von Wissenschaftlern der McMaster University in Hamilton, die die Wirksamkeit von Cannabinoiden untersuchten, fand heraus, dass CBG “antibakterielle Aktivität” gegen MRSA, eine der resistentesten Mikroben auf dem Planeten, zeigte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Antibiotikaresistenz als “eine der größten Bedrohungen für die globale Gesundheit” eingestuft.

Zu CBG, das während des Pflanzenwachstums in bekanntere Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) umgewandelt wird wurde bisher nur wenig pharmakologische Forschung betrieben.

MRSA, auch bekannt als Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, ist ein leicht verbreiteter und häufiger “Superkeim”, der unter anderem Lungenentzündung, Meningitis und sogenannte fleischfressende Krankheiten verursachen kann.

Die Studie beschreibt den “Wirkmechanismus” von CBG als Angriff auf die “zytoplasmatische Membran” der Zielbakterien. Sie zeigt auch, dass Cannabinoide gegen gramnegative Organismen wirksam sind, deren äußere Membran permeabilisiert ist, wobei CBG auf die innere Membran wirkt. Schließlich zeigen die Forscher, dass Cannabinoide in Kombination mit Polymyxin B gegen multiresistente gramnegative Krankheitserreger wirken, was das breite therapeutische Potenzial von Cannabinoiden aufzeigt.

Das Forschungsteam demonstrierte die Wirksamkeit der Substanz sowohl im Labor als auch in Tiermodellen, in denen Mäuse mit MRSA-Infektionen geheilt wurden. Dies geschah nach der Kombination von CBG mit einem etablierten Antibiotikum namens Polymyxin B, was zu einer Verbindung führte, die die resistenten Bakterien abtötete.

Source: https://www.biorxiv.org/


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25/Mrz/2020

Eine neue Studie an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona unterstrich die Wirksamkeit von Cannabinoid-Verbindungen, die in Cannabis zur Schmerzlinderung bei Frauen mit Endometriose gefunden wurden, und führte zu einer klinischen Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Gynäkologischen Dienst der Hospital Clinic von Barcelona gestartet wurde. In der Studie werden die möglichen Vorteile des natürlich vorkommenden Cannabinoids ∆9-Tetrahydrocannabinol bei Frauen mit Endometriose untersucht.

Endometriose ist eine schmerzhafte Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut an anderen Stellen des Organs wächst, beispielsweise an den Eileitern. Diese Wucherungen beeinträchtigen die Fortpflanzungsorgane und können Schmerzen, Unfruchtbarkeit, Angstzustände und Depressionen verursachen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zu den Behandlungsoptionen gehören Operationen oder Hormontherapien, die jedoch nicht immer wirksam sind und häufig erhebliche Nebenwirkungen haben.

Die neue Studie zeigt erste Ergebnisse aus der Behandlung von Endometriose bei Mäusen mit Cannabinoiden – was darauf hindeutet, dass sie Symptome der Krankheit lindern können. Das Team untersuchte Mäuse mit Endometriumimplantaten im Becken, um die Endometriose beim Menschen nachzuahmen. Diejenigen mit den Implantaten reagierten empfindlicher auf Schmerzen im Becken, die auch mit emotionalen und kognitiven Veränderungen in Verbindung gebracht werden können – ähnlich wie bei einigen Frauen mit Endometriose.

Das Team stellte als nächstes fest, dass Mäuse mit Endometriose ähnliche Angstsymptome aufwiesen, die bei einigen Frauen mit dieser Erkrankung auftraten. Dies wurde an der Zeit gemessen, die die Tiere in offenen Bereichen eines Labyrinths verbrachten, da diejenigen mit höheren Angstzuständen dazu neigen, nicht zu weit zu erkunden. Ihre Experimente konnten jedoch nicht zeigen, ob THC signifikante Wirkungen bei der Behandlung dieser Angst hatte.

Da bekannt ist, dass Endometriose bei einigen Frauen die kognitive Funktion beeinträchtigt, untersuchte das Team auch die Gedächtnisleistung bei Mäusen. Sie versorgten die Tiere mit zwei identischen Gegenständen und ließen sie sich mit ihnen vertraut machen. Dann ersetzten sie eines der Objekte und gaben an, wie lange die Mäuse damit verbracht hatten, das neue Objekt im Vergleich zum vertrauten Objekt zu erkunden, um einen Hinweis darauf zu geben, woran sich die Tiere erinnerten.

Das Team stellte fest, dass das Gedächtnis bei Mäusen mit Endometriose im Vergleich zu Mäusen ohne diese Krankheit beeinträchtigt war. Mit THC behandelte Mäuse zeigten diese Beeinträchtigung jedoch nicht, was darauf hindeutet, dass THC eine schützende Wirkung haben könnte.

Schließlich untersuchte das Team die Auswirkungen von THC auf das Endometrium innerhalb und außerhalb der Gebärmutter und stellte fest, dass Mäuse mit Endometriose, die 32 Tage lang mit THC behandelt wurden, ein geringeres Endometriumwachstum aufwiesen.

 

Source: https://elifesciences.org/articles/50356


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