Deutscher Cannabismarkt: Importabhängigkeit bleibt vorerst

September 11, 2020
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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat für den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland eine Menge von 10,4 Tonnen über vier Jahre ausgeschrieben. Diese Menge reicht jedoch bei Weitem nicht, um den Bedarf zu decken. Die Importabhängigkeit wird voraussichtlich bestehen bleiben.

In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion heißt es, dass sich der Importbedarf von medizinischem Cannabis in den Jahren 2015 bis 2019 vervierzehnfacht habe. In diesem Jahr musste das BfArM wie auch in den vergangenen Jahren nachträglich die Erhöhung der Importmenge beantragen, und zwar um 75 Prozent. Laut der Bundesregierung seien Lieferengpässe jedoch nicht zu erwarten.

Kompliziertes Importverfahren statt Stärkung der heimischen Produktion

Die Bundesregierung regelt die Versorgung mit Medizinalcannabis über ein genehmigungspflichtiges Importverfahren. Im Vorhinein muss die Bundesopiumstelle den voraussichtlichen Bedarf bis zum 30. Juni dem BfArM sowie dem Internationalen Suchtstoff-Kontrollamt der Vereinten Nationen (INCB) melden.

Die Schätzung des Bedarfs umfasst medizinische Cannabisblüten für die direkte Abgabe an den Patienten sowie Cannabisblüten für die Herstellung von Extrakten, Dronabinol und Fertigarzneimitteln. Ebenso müssen die Mengen an Cannabis berücksichtigt werden, die für klinische Prüfungen und Forschungen benötigt werden.

„Die Schätzung erfolgt auf Grundlage der bis zum 30. Juni eines Jahres vorliegenden Verbrauchsdaten, deren Entwicklung innerhalb des vorhergehenden Jahres und unter Berücksichtigung der bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am legalen Betäubungsmittelverkehr vorliegenden Bestandsmengen“, so die Bundesregierung.

Bedarf an medizinischem Cannabis steigt kontinuierlich

An der vorgenannten Vorgehensweise kritisiert die FDP, dass der Bedarf an Medizinalcannabis kontinuierlich steigt und dass die geschätzten Mengen nicht angepasst werden. Laut dem Online-Magazin apotheke adhoc lag die genehmigte Einfuhrmenge im Jahr 2015 bei 1485 Kilogramm, im Jahr 2016 bei 1500 Kilogramm, im Jahr 2017 bei 10.380 Kilogramm, im Jahr 2018 bei 10.688 Kilogramm und im Jahr 2019 bei 20.774 Kilogramm. In all den Jahren musste immer eine Nachschätzung vorgenommen werden, da die importierte Menge nicht ausreichte.

Die genehmigte Einfuhrmenge für das Jahr 2020 liegt bei 16.100 Kilogramm. Das sind über vier Tonnen weniger als im Jahr 2019.

„Da ein Überschreiten dieses Wertes vor Ablauf des Jahres 2020 erwartet wird, hat das BfArM beim INCB bereits eine Erhöhung der Menge im Rahmen einer Nachschätzung des voraussichtlich zusätzlichen medizinischen und wissenschaftlichen Bedarfs für das Jahr 2020 über insgesamt 12.355 Kilogramm beantragt“, erklärte die Bundesregierung.

Die Antwort des INCB steht noch aus.

Weiter erklärte die Regierung, dass die Erhöhung der Anbaumengen in Deutschland nicht geplant sei. Laut apotheke adhoc kritisierte FDP-Gesundheitspolitiker Dr. Wieland Schinnenburg, dass dies eine vertane Chance sei. Gleichzeitig fordert er, den Cannabisanbau im Land zu stärken.

„Die geplanten Ernten in Deutschland decken nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs. Wir müssen die Abhängigkeit von Importen minimieren und die Produktionsmengen in Deutschland erhöhen. Auch der lukrative Exportmarkt sollte deutschen Unternehmen eröffnet werden. Es gibt keinen Grund, deutsche Unternehmen zu benachteiligen und sie vom Weltmarkt auszuschließen“, so Dr. Schinnenburg.

Quellen:
https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/214/1921416.pdf
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/cannabis-bfarm-verschaetzt-sich/

 

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