Fallbericht: Medizinisches Cannabis bei Zwangsstörung

September 23, 2020
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Die Zwangsstörung (obsessive-compulsive disorder – OCD) ist eine psychische Störung, bei der Patienten unter Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen leiden. Obwohl den Patienten bewusst ist, dass dieser Zwang übertrieben ist, müssen sie dem Drang nachgeben. Je nach Ausprägung und Schweregrad der Erkrankung, ist das Alltagsleben von Patienten erheblich beeinträchtigt.

Die Ursachen sind nicht endgültig geklärt. Diskutiert werden psychologische Erklärungsmodell sowie Störungen im Hirnbotenstoffwechsel als Risikofaktor. Zudem gibt es Hinweise auf die Beteiligung verschiedener andere Signalwege, wie zum Beispiel des glutamatergen, dopaminergen oder GABAergen Systems.

Zwangsstörung: Beteiligung des Endocannabinoidsystems

Verschiedene Untersuchungen, insbesondere eine kleine Anzahl von Tierversuchen, geben Hinweise darauf, dass das Endocannabinoidsystem an der Pathophysiologie der Zwangsstörung beteiligt sein könnte.

Im Jahr 2019 veröffentlichten Forscher der Columbia University eine Übersichtsarbeit zu dem Thema, ob das Endocannabinoidsystem ein neues Behandlungsziel für Zwangsstörungen sein könnte. Neben einer umfassenden Übersicht über Endocannabinoide und Phytocannabinoide führen die Forscher auch Daten aus verschiedenen Studien aus.

In zwei Fallberichten heißt es, dass die Behandlung mit Dronabinol bei zwei Patienten mit therapierefraktärer Zwangsstörung positive Ergebnisse zeigte. Auch die Daten aus einer kleinen offenen, unkontrollierten Studie zeigten, dass die Kombination aus Nabilon und Psychotherapie wirksamer war als jede Behandlung allein.

Zusammenfassend führen die Forscher aus:

„Gibt es in der Psychiatrie einen Platz für cannabinoid-basierte Medikamente? Studien an Tieren und Menschen haben gezeigt, dass das Endocannabinoidsystem ein wichtiger Regulator der Emotionalität ist. Aber wie können wir dieses Wissen für die Therapie nutzen? Dieser Übersichtsartikel bietet eine kritische Bewertung der Beweise, die sich auf Zwangsstörungen konzentrieren und Hinweise auf zukünftige Forschungen geben.“

Medizinisches Cannabis zur Behandlung des Tourette-Syndroms

Patienten mit dem Tourette-Syndrom leiden unter chronischen vokalen und/oder motorischen Tics, die oftmals mit komorbidem obsessivem Zwangsverhalten assoziiert sind. Verschiedene Untersuchungen und klinische Studien haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Patienten mit dem Tourette-Syndrom von einer Behandlung mit medizinischem Cannabis profitieren können. Nach der Einnahme verschiedener cannabisbasierter Arzneimittel (Sativex, medizinische Cannabisblüten) berichteten die Patienten über eine Verbesserung der Tics.

Aktueller Fallbericht eines Patienten mit einer Zwangsstörung

In einem Fallbericht wurde ein 22-jähriger Patient vorgestellt, der seit seiner Kindheit unter einer schweren Zwangsstörung leidet. Unter der Behandlung mit medizinischem Cannabis reduzierten sich die Symptome der Zwangsstörung signifikant. Ebenso verbesserte sich auch seine Depression, was zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führte.

Quelle:
https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-05/mali-cch053119.php
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32848902/

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