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01/Jul/2020

Einschlaf- und Durchschlafstörungen (Insomnie), die über einen längeren Zeitraum anhalten, können die Gesundheit ernsthaft gefährden. In einer randomisierten klinischen Doppelblindstudie konnten Forscher jetzt zeigen, dass eine Therapie mit medizinischem Cannabis wirksam sein kann.

Die Ursachen von chronischen Schlafstörungen können vielfältig sein. Häufig werden sie durch psychische Belastungen, Stress und ungünstige Schlafbedingungen verursacht. Auch verschiedene neurologische Erkrankungen, wie zum Beispiel das Restless-Legs-Syndrom oder chronische Schmerzen können das Einschlafen erschweren und dazu führen, dass Betroffene keinen erholsamen Schlaf bekommen. Ebenso kann die Einnahme von Medikamenten (z. B. Schilddrüsenhormone oder Antidepressiva) sowie illegalen Drogen zu Schlafproblemen führen.

Aufgrund des Schlafmangels zeigen sich Symptome wie Tagesmüdigkeit, Nervosität, innere Unruhe sowie Konzentrations- und Auffassungsstörungen. Schlafstörungen können außerdem die seelische Stabilität beeinträchtigen, sodass infolge dessen Depressionen oder Angststörungen auftreten. Auch das Immunsystem leidet unter Schlafstörungen.

Behandlung von Schlafstörungen

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Liegen psychische Probleme vor, kann eine Psychotherapie oder eine kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Hilfreich kann für Betroffene auch das Erlernen von Entspannungsverfahren (z. B. autogenes Training oder Meditation) sein.

Für Betroffene ist es auch wichtig, auf eine gesunde Ernährung und die richtige Schlafhygiene zu achten. Mithilfe von speziellen Verhaltensregeln können Betroffene einen gesunden Schlaf fördern.

Schlafmittel kommen in der Regel nur bei schweren Fällen zum Einsatz, da sie zum einen ihre Wirksamkeit nach kurzer Zeit verlieren und zum anderen schnell ein Gewöhnungseffekt eintritt. Problematisch ist zudem, dass die Schlafstörungen wieder auftreten, wenn das Medikament abgesetzt wird.

Medizinisches Cannabis als Therapieoption

Im Rahmen einer aktuellen randomisierten klinischen Doppelblindstudie wurden 23 Probanden 14 Nächte lang mit medizinischem Cannabis behandelt. Nach einer einwöchigen Ausspülphase erhielten sie wiederum 14 Nächte lang ein Placebo. Die Probanden nahmen eine Einzeldosis mit 11,5 Milligramm Cannabinoiden oder eine Doppeldosis mit 23 Milligramm Cannabinoiden mittels sublingualer Lösung ein.

Im Ergebnis heißt es, dass die mit medizinischem Cannabis behandelten Probanden schneller einschliefen und auch signifikant länger schliefen. Weiter berichteten die Probanden, dass sich ihre Lebensqualität verbesserte, sie sich weniger gestresst und weniger müde fühlten. Außerdem fühlten sie sich nach dem Schlaf besser ausgeruht.


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25/Jun/2020

Wenn eine Krankenkasse über einen Leistungsantrag nicht innerhalb kurzer Frist entscheidet, gilt dieser als genehmigt (Genehmigungsfiktion). Das Bundessozialgericht hat jetzt jedoch entschieden, dass die Genehmigungsfiktion keinen Anspruch auf beantragte Sachleistung begründet. Nun befürchten Patientenvertreter, dass dieses Urteil für Patienten Nachteile bringen wird.

Der behandelnde Arzt eines Patienten beantragte bei der Krankenkasse die Versorgung mit dem Medikament Fampyra im Off-Label-Use zur Behandlung seiner Gangstörung, die im Rahmen der zerebellaren Ataxie bei kernspintomographisch nachgewiesener Kleinhirnatrophie auftritt. Denn die Gangstörung verbesserte sich nach einem vorausgegangenen Therapieversuch mit privatärztlicher Verordnung.

Fampyra ist jedoch nur für den Einsatz bei Gangstörungen infolge Multipler Sklerose zugelassen, sodass die Krankenkasse eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) forderte und dies dem Patienten auch mitteilte. Aufgrund des Gutachtens des MDK lehnte die Krankenkasse dann die beantragte Versorgung mit Fampyra mit der Begründung ab, dass die Voraussetzungen eines Off-Label-Use nicht gegeben seien.

Fristversäumnis durch die Krankenkasse

Nachdem der Patient den Bescheid der Krankenkasse angefochten hatte, wurde die Krankenkasse vom Sozialgericht Speyer dazu verurteilt, den Patienten entsprechend der ärztlichen Verordnung mit Fampyra zu versorgen (S 17 KR 57). Die Berufung der Krankenkasse hatte das Landessozialgericht Rheinland-Pflanz zurückgewiesen, da die Krankenkasse den Antrag nicht innerhalb der gesetzlichen Frist beschieden habe und die Krankenkasse die Versorgung mit dem Medikament aufgrund der Stellungnahme des Arztes auch subjektiv für erforderlich halten dürfen (L 5 KR 218/17).

Bundessozialgericht hebt Urteil auf

Im aktuellen Urteil des Bundessozialgerichts heißt es, dass der Patient keinen Leistungsanspruch auf die Versorgung mit Fampyra aufgrund der eingetretenen Genehmigungsfiktion (Fristversäumnis) besitzt. Die Leistungsklage sei unbegründet. Zwar bestehe bei Nichteinhaltung der Frist durch die Krankenkasse ein Anspruch auf Kostenerstattung, jedoch entfalle der bisherige Anspruch auf eine Sachleistung.

Sollten dem Versicherten die finanziellen Mittel fehlen, um sich die Sachleistung zu beschaffen, so gehe auch der Kostenerstattungsanspruch durch die spätere Ablehnung der Krankenkasse verloren. Denn die Krankenkasse ist trotz Fristversäumnis weiterhin berechtigt, eine Entscheidung zum Leistungsantrag zu fällen, so die Unabhängige Patientenberatung (UPD) laut einem Medienbericht.

Schwächung der Rechtsposition der Versicherten

In dem Medienbericht heißt es weiter, dass die UPD von einer „unglücklichen Entwicklung und einer Schwäche der Rechtsposition der Versicherten“ spreche. So befürchte die UPD, dass das BSG-Urteil dazu führe, dass noch mehr Versicherte vor der Durchsetzung ihrer Ansprüche zurückschrecken würden. Außerdem sei die Durchsetzung der Ansprüche unmöglich, wenn Menschen nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um in Vorleistung zu gehen.

VdK kündigt Verfassungsbeschwerde an

In einem weiteren Medienbericht heißt es, dass die Präsidentin Verena Bentele vom VdK Sozialverband nun eine Verfassungsbeschwerde einreichen werde.

„Wir bedauern es, dass der Erste Kasseler Senat den Krankenkassen einen Blankoscheck für langsames Arbeiten ausstellt. Das Urteil benachteiligt einseitig die gesetzlich Versicherten. Für uns ist das Gleichheitsgebot verletzt. Wir werden Verfassungsbeschwerde erheben“, so Bentele vom VdK.

 


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24/Jun/2020

In den Ergebnissen einer placebo-kontrollierten Studie vom Center for Applied Health Science in Stow, USA, heißt es, dass CBD-haltige Cannabisextrakte den HDL-Cholesterin-Wert der Probanden verbesserte.

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die an zahlreichen wichtigen Aufgaben im Organismus beteiligt ist, wie zum Beispiel den Stoffwechselvorgängen im Gehirn. Gleichzeitig ist das Cholesterin aber auch ein wichtiger Ausgangsstoff für die Bildung von Vitamin D und bestimmten Hormonen (z. B. Testosteron und Östrogen) sowie für die Produktion von Gallensäuren zur Fettverdauung.

Cholesterin kann im Blut nur dann transportiert werden, wenn sich die fettähnliche, wasserunlösliche Substanz (Lipid) mit den wasserlöslichen Eiweißstoffen verbindet. Die hieraus entstehenden Lipoproteine werden abhängig von ihrem Proteinanteil nach ihren verschiedenen Dichten eingeteilt, und zwar in Very-Low-Density-Lipoproteine (VLDL), Low-Density-Lipoproteine (LDL) sowie High-Density-Lipoproteine (HDL).

Aufgrund des hohen Lipidgehalts wird das LDL auch als „schlechtes“ Cholesterin und das HDL als „gutes Cholesterin“ bezeichnet. Wenn der LDL-Cholesterin-Wert im Blut dauerhaft erhöht ist, können Gefäßverkalkungen entstehen. Infolge dessen kann es unter anderem zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen kommen.

Ergebnisse der Studie

An der Studie nahmen 65 übergewichtige Probanden teil. Diese bekamen täglich über einen Zeitraum von sechs Wochen entweder ein Hanfölextrakt [Hanf, 60 mg/d PlusCBDTM Hanföl-Extrakt (15 mg aus Hanf gewonnenes CBD)] oder ein Placebo. Alle Probanden sollten dabei ihre Ernährungsgewohnheiten und sportlichen Aktivitäten beibehalten und nicht verändern.

In der Hanf-CBD-Gruppe verbesserte sich das HDL-Cholesterin signifikant. Zudem berichteten die Probanden aus dieser Gruppe, dass sich Stressgefühle reduzierten. Auch die Schlafqualität habe sich verbessert.
Darüber hinaus führten die Forscher aus, dass die Hanf-CBD-Kombination von den Probanden gut vertragen wurde.


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17/Jun/2020

Die Washington State University hat die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie veröffentlicht. Hierin heißt es, dass Patienten, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, ihre Symptome wie Flashbacks, Angst und Reizbarkeit mithilfe von medizinischem Cannabis reduzieren konnten.

Bei Menschen, die eine Extremsituation durchlebt haben, besteht das erhöhte Risiko, dass sie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zu entwickeln. Solche Extremsituationen können beispielsweise schwere Unfälle, lebensbedrohliche Erkrankungen, Misshandlungen im Kinder- oder Erwachsenenalter sein. Aber auch das Miterleben von Kriegen, Gefangenschaft oder Terroranschläge können Auslöser dieser psychischen Erkrankung sein.
Diese muss nicht zwangsläufig direkt nach der traumatischen Erfahrung auftreten. Noch Wochen, Monate oder sogar Jahre später können sich verschiedene Symptome zeigen.

Typische Symptome äußern sich in Form von Intrusionen und Flashbacks, wenn Betroffene von den aufkommenden Erinnerungen an das Trauma überwältigt werden. Meist werden Intrusionen und Flashbacks von Schlüsselreizen ausgelöst. Also wenn beispielsweise ein Kriegsopfer einen lauten Knall hört oder ein Brandopfer vielleicht Rauch riecht. Weitere Symptome einer PTBS können sich wie folgt äußern:

  • Albträume
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen und Atemnot
  • Schwindel
  • Zittern
  • Angst, Reizbarkeit und Nervosität
  • Depression

Behandlung einer PTBS

Betroffene benötigen vor allem eine psychologische Betreuung und in schweren Fällen auch einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Dabei besteht die Therapie in der Regel aus den drei Phasen Schaffung einer sicheren Umgebung, Stabilisierung und Traumaüberwindung.

Eine medikamentöse Therapie kommt meist nur zum Einsatz, wenn Betroffene zum Beispiel unter starken Schlafstörungen, Unruhezuständen, Angstzuständen oder Depressionen leiden. Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass medizinische Cannabis bei einer PTBS unterstützend eingesetzt werden kann, um die Symptome zu lindern.

Ergebnisse der aktuellen Beobachtungsstudie

404 medizinische Cannabiskonsumenten mit einer PTBS verwendeten über einen Zeitraum von 31 Monaten eine App, um Veränderungen ihrer Beschwerden (Flashbacks, Intrusionen, Angst, Reizbarkeit) in Abhängigkeit von unterschiedlichen Cannabissorten und -dosen vor und nach der Inhalation zu verfolgen.

Im Ergebnis heißt es, dass sich die Symptome nach der Inhalation des medizinischen Cannabis um mehr als 50 Prozent reduzierten. Im weiteren Verlauf war auch ein Rückgang der Intrusionen und Reizbarkeit zu verzeichnen, insbesondere bei höheren Dosen.

Die Forscher der Washington State University erklärten, dass medizinisches Cannabis vorübergehend zur Linderung der PTBS-Symptome eingesetzt werden könne. Als langfristiges Mittel sei es laut den Forschern möglicherweise nicht geeignet, da die Betroffenen in der Beobachtungsstudie die Dosis mit der Zeit immer weiter erhöhten. Dies könne auf die Entwicklung einer Toleranz hindeuten.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32469819/


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10/Jun/2020

Die Ergebnisse einer israelischen Beobachtungsstudie zeigen, dass sich bei Fibromyalgie-Patienten, die sich mit Cannabis selbst mediziert hatten, die Schmerzsymptomatik besserte und dass sie die Schmerzmitteldosis reduzieren konnten.

Die Krankheit Fibromyalgie („Faser-Muskel-Schmerz“) ist ein sehr komplexes Schmerzsyndrom. Betroffene leiden unter Schmerzen in den Muskeln sowie dem Bindegewebe in verschiedenen Körperregionen. Auch können Druckschmerzen über bestimmten Schmerzpunkten auftreten. Daneben berichten Betroffene häufig auch über weitere Beschwerden wie Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Problemen.

Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. So können eine gestörte Schmerzverarbeitung oder veränderte Nervenfasern im Muskelgewebe ursächlich sein. Zudem können verschiedene psychische Beschwerden die Erkrankung begünstigen.

Mithilfe von Bewegungstherapien und Entspannungsverfahren können Betroffene die Beschwerden der Fibromyalgie lindern. Oftmals werden Patienten auch Schmerzmittel oder Antidepressiva verordnet.

Beobachtungsstudie in Israel

Die Ärzte des Laniado-Krankenhauses in Netanya sowie im Krankenhaus von Nazareth beobachteten insgesamt 101 Fibromyalgie-Patienten. 73 Prozent der Teilnehmerinnen waren weiblich. Das Durchschnittsalter betrug 45 Jahre. Reines Cannabis wurde von 54 Prozent der Teilnehmer geraucht. Lediglich 18 Prozent der Teilnehmer verdampften Cannabis und nur drei Teilnehmer verwendeten Cannabis-Öl. Die restlichen Teilnehmer medizierten sich mit unterschiedlichen Kombinationen.

Im Ergebnis heißt es, dass 47 Prozent der Teilnehmer aufgrund der Selbstmedikation mit Cannabis keine weiteren Medikamente zur Symptomlinderung mehr einnahmen. 51 Prozent konnten die Dosis der Schmerzmedikation reduzieren. Nur ein Teilnehmer brach die Medikation mit Cannabis ab.

Darüber hinaus berichteten die Ärzte, dass sich die Schmerzsymptomatik und der Schlaf bei den Teilnehmern um etwa 77 Prozent verbesserte. Die mittlere täglich konsumierte Cannabis-Menge war dabei relativ gering. Sie betrug weniger als 1 Gramm.

Aus den Ergebnissen schlussfolgerten die Ärzte, dass Cannabis eine wirksame Behandlung bei Fibromyalgie sein kann.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32431124/


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03/Jun/2020

Der Wirkstoff Haloperidol ist ein hochpotentes Antipsychotikum (Neuroleptikum), das zur Behandlung von akuter Manie, akuter und chronischer Schizophrenie und bei Tic-Erkrankungen (Tourette-Syndrom) zugelassen ist. Die Einnahme des Medikamentes ist jedoch mit starken Nebenwirkungen verbunden. Es können unter anderem langfristige Bewegungsstörungen sowie späte Dyskinesien auftreten.

Forscher aus Lagos konnten jetzt im Tiermodell zeigen, dass die gleichzeitige Gabe von Haloperidol und Cannabidiol (CBD) diese Nebenwirkungen verhindern konnte.

Wie wirkt Haloperidol?

Die Nervenzellen im Gehirn kommunizieren über unterschiedliche Neurotransmitter (Botenstoffe). Diese können grob in zwei Gruppen eingeteilt werden: Während die einen Botenstoffe wie Noradrenalin aktivierend, erregend und antriebsfördernd wirken, lösen andere Botenstoffe wie Serotonin („Glückshormon“) beruhigende und dämpfende Effekte aus.

Haloperidol wird verordnet, wenn bei Patienten ein Überschuss des Botenstoffes Dopamin festgestellt wird. Dopamin wird ebenfalls als „Glückshormon“ bezeichnet. Dieser Überschuss kann Schizophrenie, Psychosen, Wahnvorstellungen und Realitätsverlust auslösen.

Der Wirkstoff Haloperidol bindet an die Dopaminrezeptoren und blockiert diese, sodass die Dopamin-Signale nicht weitergeleitet werden. Infolge dessen normalisiert sich der hohe Dopamin-Spiegel.

Bei der Parkinson-Krankheit weisen Patienten einen Dopamin-Mangel auf, sodass die Bewegungsabläufe des Körpers gestört sind. Da Haloperidol die Dopamin-Signale blockiert, können ebenfalls Bewegungsstörungen auftreten. Diese werden als extrapyramidal-motorische Störungen bezeichnet und äußern sich in Form von Bewegungsdrang, Bewegungsunruhe sowie unwillkürlichen Bewegungen.

Haloperidol in Kombination mit Cannabidiol

Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von CBD auf die Haloperidol-induzierten extrapyramidal-motorischen Störungen. Es gab insgesamt sechs experimentelle Gruppen mit Ratten, die unterschiedliche Kombinationen von oralem Cannabidiol mit 5 mg/kg Haloperidol erhielten.

Die Forscher schlussfolgerten aus den Ergebnissen, dass Haloperidol in Kombination mit CBD die motorischen Beeinträchtigungen lindern sowie langfristige Bewegungsstörungen wie akute dystone Störungen verhindern könnte.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32264772/


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27/Mai/2020

In Deutschland leiden schätzungsweise ungefähr 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung unter immer wiederkehrenden oder chronischen Rückenschmerzen. Hauptursache der Beschwerden sind in den meisten Fällen Muskelverspannungen und -verhärtungen, Verschleißerscheinungen oder Bandscheibenvorfälle, die aufgrund von mangelnder Bewegung und Fehlhaltungen entstehen.

Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit bereits die Wirksamkeit von cannabinoidhaltigen Arzneimitteln bei chronischen Schmerzzuständen untersucht. Im Jahr 2017 stellten Forscher eine Auswertung von elf randomisierten kontrollierten Studien vor. Hierin heißt es, dass die Patienten mit chronischen Schmerzen, bei denen eine konventionelle Schmerztherapie keinen positiven Effekt mehr zeigte, von einer Therapie mit selektiven Cannabinoiden wie Nabilone, Nabiximole und Dronabinol profitieren konnten.

Neben der Verringerung der Schmerzintensität unter der Cannabinoidtherapie verbesserte sich auch die Schlafqualität. Infolge dessen berichteten die Patienten auch über eine Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität.

Aus den Ergebnissen schlossen die Forscher, dass eine Therapie mit cannabinoidhaltigen Arzneimitteln in Betracht gezogen werden könne, wenn andere Schmerztherapien keine ausreichende Wirkung zeigen.

Fallstudien mit zwei Patienten

Ärzte von der Portsmouth Anesthesia Accociates in Virginia (USA) stellten jetzt Fallstudien mit zwei Patienten vor, die unter chronischen Rückenschmerzen leiden. Ein Patient erlitt eine lumbale Kompressionsfraktur und ein weiterer Patient beklagte Thoraxbeschwerden mit Dysästhesie infolge eines chirurgisch resezierten Meningeoms.

Zur Schmerzlinderung verabreichten die Ärzte den beiden Patienten eine CBD-Creme. Diese enthielt 400 Milligramm CBD pro 2 Unzen, was ungefähr 1,4 Prozent CBD entspricht.

Im Ergebnis heißt es, dass das regelmäßige Auftragen der transdermalen CBD-Creme zu einer signifikanten Schmerzlinderung bei den beiden Patienten führte.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28537982/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32421842/


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20/Mai/2020

In einem Bericht von „Medical Xpress“ heißt es, dass rund 75.000 Australier an einer chronischen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden. Verursacht werden diese durch Entzündungen im Magen-Darm-Trakt. Infolge dessen leiden Betroffene häufig unter Durchfällen, Verstopfung, Schmerzen und Gewichtsverlust, was die Lebensqualität im Alltag enorm beeinträchtigt.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass neueste Forschungen der Lambert-Initiative für Cannabinoid-Therapeutika an der Universität Sydney gezeigt haben, dass sich ein Viertel der Betroffenen in Australien mit illegalem Cannabis selbst medizieren. Insgesamt wurden 838 Patienten befragt, wovon 25,3 Prozent angaben, Cannabis zur Behandlung ihrer Symptome zu konsumieren. Lediglich 1,4 Prozent erhielten legales medizinisches Cannabis.

Der Hauptforscher und akademische Direktor der Lambert-Initiative namens Professor Iain McGregor, erklärte laut dem Bericht:

“Die Untersuchung wurde durch die Erfahrungen der Familie Taylor aus den Blue Mountains inspiriert: Vater Steven Taylor wurde wegen des Anbaus von Cannabis verhaftet, um das Leiden seiner Töchter Morgan und Taylor zu lindern, die an einer schweren chronischen Darmerkrankung litten und große Erleichterung durch nicht berauschende Zubereitungen aus Cannabisblattsäften fanden.“

Weiter erklärte McGregor, dass dieser Fall zeige, dass zahlreiche Betroffene ihre Erkrankung mit Medikamenten nicht angemessen behandeln können und sich deshalb alternativen Therapieoptionen zuwenden.

Umfrage: Cannabis lindert Symptome

Mehr als 90 Prozent der Betroffenen erklärten, dass sich mithilfe von Cannabis Symptome wie Schmerzen und Krämpfe besserten. Außerdem verbesserten sich die Schlafqualität und die Angstsymptomatik. Hingegen sei der Nutzen bei anderen Symptomen wie Blutungen, Stuhlhäufigkeit, -konsistenz und -dringlichkeit geringer.

Darüber hinaus heißt es, dass sich bei Patienten, die eine medizinische Cannabis-Therapie erhielten, die Lebensqualität erheblich verbesserte. Zudem berichteten die Cannabispatienten, dass sie die Dosen ihrer verordneten Medikamente reduzieren konnten und seltener eine fachärztliche Behandlung benötigten.

Auch zu Nebenwirkungen beim Cannabiskonsum wurden die Patienten befragt. Diese seien gering ausgefallen und beschränkten sich vorwiegend auf Schläfrigkeit und Gedächtnisstörungen.

Source : https://medicalxpress.com/news/2020-04-survey-results-reveal-australian-usage.html


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13/Mai/2020

Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass Cannabidiol (CBD) entzündungshemmende Eigenschaften entfalten kann. Einem Medienbericht zufolge führen jetzt Forscher der Universität Tel Aviv verschiedene klinische Studien durch, in der der Einsatz von CBD bei der Lungenkrankheit COVID-19 untersucht werden soll.

Da COVID-19 das Atmungssystem angreift, werden die Forscher betroffenen Patienten CBD-angereicherte Exosomen durch ein Inhalationsgerät verabreichen. Dass CBD womöglich dazu beitragen kann, das Immunsystem zu regulieren und Entzündung zu hemmen, konnten frühere Studien bereits zeigen. Die Forscher gehen davon aus, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften von CBD die geschädigten Zellen durch einen synergistischen Effekt reparieren könnten.

Eine weitere klinische Studie wird an COVID-19-Patienten durchgeführt, die derzeit im Rabin Medical Center in Israel behandelt werden. Hier werden die Forscher inhalierbare Steroide mit CBD kombinieren, da CBD in der Lage sein könnte, die Wirkung der Steroide zu verbessern.
Darüber hinaus soll untersucht werden, ob Cannabis mit all seinen Cannabinoiden womöglich in der Lage sein könnte, die COVID-19-Erkrankung zu verlangsamen oder zu stoppen.

Source: https://www.benzinga.com/markets/cannabis/20/04/15877325/israel-researchers-launch-clinical-trials-to-test-cbd-as-covid-19-treatment-supplement


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07/Mai/2020

Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore haben eine Umfrage unter 200 Personen durchgeführt, die innerhalb der vergangenen vier Wochen Opioide und Cannabis verwendeten.

Im Ergebnis heißt es, dass 125 Personen (62,5 Prozent) von Cannabis beim Opioidentzug profitieren konnten. Dabei berichteten Frauen über einen größeren positiven Effekt als Männer. Insbesondere die Symptome wie Schlafstörungen, Zittern und Angstzustände hätten sich durch die Verwendung von Cannabis gebessert.

12 Personen (6 Prozent) gaben hingegen an, dass sich der Opioidentzug durch die Verwendung von Cannabis verschlechtert habe. So seien hier vermehrt Symptome aufgetreten wie tränende Augen und eine laufende Nase.

Laut den Forschern weisen die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass Cannabis die Opioidentzugssymptome verbessern kann und dass die Wirkung klinisch bedeutsam sei. Weiter erklären die Forscher, dass Cannabis die Symptome lediglich bei einer Minderheit verschlimmert habe. Damit seien prospektiv konzipierte Studien, in denen die Auswirkungen von Cannabis auf den Opioidentzug untersucht werden, gerechtfertigt.

Bergeria CL, Huhn AS, Dunn KE. The impact of naturalistic cannabis use on self-reported opioid withdrawal. J Subst Abuse Treat 2020;113:108005


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