Neue Studie: Cannabis lindert Beschwerden bei Fibromyalgie

Juni 10, 2020
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Die Ergebnisse einer israelischen Beobachtungsstudie zeigen, dass sich bei Fibromyalgie-Patienten, die sich mit Cannabis selbst mediziert hatten, die Schmerzsymptomatik besserte und dass sie die Schmerzmitteldosis reduzieren konnten.

Die Krankheit Fibromyalgie („Faser-Muskel-Schmerz“) ist ein sehr komplexes Schmerzsyndrom. Betroffene leiden unter Schmerzen in den Muskeln sowie dem Bindegewebe in verschiedenen Körperregionen. Auch können Druckschmerzen über bestimmten Schmerzpunkten auftreten. Daneben berichten Betroffene häufig auch über weitere Beschwerden wie Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Problemen.

Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. So können eine gestörte Schmerzverarbeitung oder veränderte Nervenfasern im Muskelgewebe ursächlich sein. Zudem können verschiedene psychische Beschwerden die Erkrankung begünstigen.

Mithilfe von Bewegungstherapien und Entspannungsverfahren können Betroffene die Beschwerden der Fibromyalgie lindern. Oftmals werden Patienten auch Schmerzmittel oder Antidepressiva verordnet.

Beobachtungsstudie in Israel

Die Ärzte des Laniado-Krankenhauses in Netanya sowie im Krankenhaus von Nazareth beobachteten insgesamt 101 Fibromyalgie-Patienten. 73 Prozent der Teilnehmerinnen waren weiblich. Das Durchschnittsalter betrug 45 Jahre. Reines Cannabis wurde von 54 Prozent der Teilnehmer geraucht. Lediglich 18 Prozent der Teilnehmer verdampften Cannabis und nur drei Teilnehmer verwendeten Cannabis-Öl. Die restlichen Teilnehmer medizierten sich mit unterschiedlichen Kombinationen.

Im Ergebnis heißt es, dass 47 Prozent der Teilnehmer aufgrund der Selbstmedikation mit Cannabis keine weiteren Medikamente zur Symptomlinderung mehr einnahmen. 51 Prozent konnten die Dosis der Schmerzmedikation reduzieren. Nur ein Teilnehmer brach die Medikation mit Cannabis ab.

Darüber hinaus berichteten die Ärzte, dass sich die Schmerzsymptomatik und der Schlaf bei den Teilnehmern um etwa 77 Prozent verbesserte. Die mittlere täglich konsumierte Cannabis-Menge war dabei relativ gering. Sie betrug weniger als 1 Gramm.

Aus den Ergebnissen schlussfolgerten die Ärzte, dass Cannabis eine wirksame Behandlung bei Fibromyalgie sein kann.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32431124/

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