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08/Feb/2022

 Als pharmazeutisches Unternehmen steht für uns das Patientenwohl an erster Stelle. Auch in der Debatte zur Legalisierung von Cannabis hat dieses für uns höchste Priorität. 

Bei einer Legalisierung von Cannabis ist es unabdingbar, dass der Gesundheitsschutz von Patienten und Patientinnen gewahrt bleibt und diese weiterhin einen sicheren Zugriff auf ihre Medikamente sowie eine umfassende Aufklärung bekommen. Die hohen Qualitätsstandards der Präparate, eine kontinuierliche Verfügbarkeit von Medikamenten mit stabilem Wirkprofil sowie die Erstattungsfähigkeit und eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen müssen unberührt bleiben, um Patient*innen weiterhin diese Therapieoption gewährleisten zu können.  

Es sollte weiterhin sichergestellt bleiben, dass schwerkranke Patientinnen und Patienten, die sich für eine Cannabistherapie interessieren, Zugang zu einer geschulten ärztlichen Beratung bekommen und ausführlich aufgeklärt werden. Die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin sowie in der Apotheke bleibt ein unerlässlicher Grundpfeiler der Therapie mit medizinischem Cannabis, auch wenn die Pflanze und ihre Wirkstoffe zum freizeitlichen Konsum freigegeben werden. 

Wir begrüßen es, dass eine Entstigmatisierung von Cannabis, in Folge einer Legalisierung und damit einhergehenden Aufklärung, es Patientinnen und Patienten erleichtern wird, einen Umgang mit dem Thema in ihrem Umfeld zu finden. Darüber hinaus erwarten wir, dass mit der steigenden Informationsfülle auch neuen Patient*innen ein unkomplizierterer Zugang zu dieser neuen Therapieoption möglich ist. Indem die allgemeine Akzeptanz steigt und medizinisches Cannabis auch auf mehr Vertrauen bei Ärzt*innen und Apotheker*innen stößt, steigt die Versorgungssicherheit für Patient*innen, sowie eine ausführlichere Aufklärung durch Verordner*innen. 

Für den Schutz der Konsument*innen sehen wir es als prioritäre Maßnahme, dass auch über den Freizeitgebrauch eine stetige Aufklärung stattfindet. Themen wie die Effekte der Wirkstoffe, mögliche Risiken und Nebenwirkungen, Gefahren bei Co-Medikation, Suchtpotential, Einwirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit sowie das Bedienen schwerer Maschinen und weitere Themen sollten möglichen Konsument*innen bekannt sein. Diese sollten befähigt werden, eine Entscheidung zu treffen, die auf fundierten Informationen fußt. Wir erwarten, dass mit der Legalisierung die Suchtprävention gefördert und ausreichend finanziell ausgestattet wird. 

Wir begrüßen eine Abgabe von Cannabis für den Freizeitgebrauch in der Apotheke bzw. der Apotheke angelagert. Pharmazeutinnen und Pharmazeuten besitzen das nötige Fachwissen, um Konsumenten zur sicheren Einnahme von Cannabis zu beraten. CanPharma positioniert sich hier klar als verlässlicher Partner der Apotheken. 

Die CanPharma GmbH und ihr Partnernetzwerk sorgen für eine stabile Versorgung von Patienten und Patientinnen durch qualitativ hochwertige Produkte und die kontinuierliche Aufklärung von Betroffenen sowie die Weiterbildung von Fachpersonal. Bei einer Legalisierung von Cannabis sehen wir es als unsere Aufgabe, die Sicherheit von Konsumenten und Konsumentinnen durch Aufklärung und Weiterbildung zu gewährleisten.  


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28/Jan/2022

Die Corona-Pandemie hat die Welt weiter fest in ihrem  Griff. Neben Impfstoffen setzt die Fachwelt vermehrt auf Medikamente, die den Krankheitsverlauf abmildern und schwere Verläufe verhindern. Eine Studie aus den USA belegt: Aus Hanf gewonnene Verbindungen können das Coronavirus Sars-CoV-2 bei seinem Eintritt in menschliche Zellen ausbremsen.  

Wissenschaftler der Oregon State University haben in Neutralisationstests im Labor herausgefunden, dass die Cannabinoide CBGA (Cannabigerolsäure) und CBDA (Cannabidiolsäure) das Andocken und Eindringen von Sars-CoV-2 in menschliche Epithelzellen verhinderten. Ihre Vermutung: Die beiden Hanfsäuren binden an das Spike-Protein des Virus, das wie ein Stachel auf dessen Oberfläche sitzt. Damit scheint das Infektionsrisiko geringer auszufallen.  

Vorteil der untersuchten Cannbinoide: Weite Verbreitung 

Laut den Experten um Studienleiter Richard van Breemen haben CBGA und CBDA den Vorteil, dass sie weitverbreitet und leicht verfügbar sind. So seien die beiden Wirkstoffe in der Hanfpflanze und zahlreichen Hanfextrakten vorhanden, leicht extrahierbar und wirkten nicht psychoaktiv. Van Breemen empfiehlt darüber hinaus eine orale Einnahme der Präparate, etwa in Form von Tropfen oder Tabletten. Die Forscher gehen nicht zuletzt davon aus, dass sie durch den Einsatz der Cannabinoide zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Das Infektionsrisiko werde nicht nur minimiert, sondern die Symptome der Erkrankung im akuten Verlauf auch leichter erträglich.  

Wirksamkeit gegen Varianten B.1.1.7 (Alpha) und B.1.351 (Beta) untersucht

Die Studie zeigt, dass die Inhaltsstoffe des Cannabis gegen die Alpha- und Beta-Variante von Sars-CoV-2 wirkten. Zu den nachfolgenden Varianten lassen sich bislang keine Aussagen treffen. Die Autoren sind trotzdem optimistisch und vermuten Effekte der beiden untersuchten Säuren auch auf weitere aktuell bestehende und zukünftig folgende Varianten des Corona-Virus.  

An Covid-19-Impfstoff führt kein Weg vorbei

Für van Breemen und sein Team ist klar: Cannabinoide alleine können den Kampf gegen die weltweite Pandemie nicht beenden. Sie empfehlen daher die Kombination aus CBGA, CBDA und einer Impfung. Auch die aktuell verfügbaren Impfstoffe und mögliche Antikörpertherapien zielen auf das Spike-Protein des Corona-Virus ab.  

Quellen:  

Van Breemen RB, Muchiri RN, Bates TA, Weinstein JB, Leier HC, Farley S, Tafesse FG. Cannabinoids Block Cellular Entry of SARS-CoV-2 and the Emerging Variants. J Nat Prod. 2022 Jan 10:acs.jnatprod.1c00946. doi: 10.1021/acs.jnatprod.1c00946. Epub ahead of print. PMID: 35007072; PMCID: PMC8768006. 

Oregon State research shows hemp compounds prevent coronavirus from entering human cells | Oregon State University 

 


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16/Aug/2021

Potenzial für weiteres zukünftiges Wachstum auf den europäischen Cannabismärkten

 

Das pharmazeutische Unternehmen für Cannabinoidprodukte CanPharma GmbH schließt sich mit dem australischen Pharmaunternehmen Health House International zusammen. Diese starke Partnerschaft bietet Health House den Zugang zu dem äußert wertvollen deutschen Markt für medizinisches Cannabis. CanPharma hat durch den Zusammenschluss einen globalen Akteur in Europa und Australasien an seiner Seite, der dem deutschen Unternehmen eine solide Basis für zukünftiges Wachstum im Inland wie auch international bietet. Darüber hinaus erhält CanPharma durch Health House Zugang zu Produkten, die das Pharmaunternehmen auch in Deutschland auf den Markt bringen kann. 

CanPharma verfügt über die erforderlichen pharmazeutischen Lizenzen der deutschen Aufsichtsbehörden, die es dem Unternehmen erlauben, Produkte auf Cannabinoidbasis sowohl in Form von Blüten als auch Extrakten zu importieren, herzustellen und zu vertreiben. CanPharma importiert und vertreibt seit 2019 getrocknete Cannabisblüten in Deutschland. Im Mai 2021 hat das Unternehmen Cannabisextrakte unter eigener Marke auf den Markt gebracht. CanPharma ist in einer idealen Position, um von den anhaltend wachsenden Verordnungszahlen in Deutschland zu profitieren. 

Das Partnerunternehmen von CanPharma, die Kalapa Clinic mit Sitz in Barcelona, bleibt Teil der Unternehmensgruppe. Kalapa war die erste Beratungsstelle für medizinisches Cannabis, die in Europa gegründet wurde. Sie berät Fachkräfte des Gesundheitswesens sowie Patient*innen über die angemessene Verwendung von Arzneimitteln auf Cannabisbasis zur Behandlung verschiedener Indikationen. Mit ihrem Hauptsitz in Spanien verfügt die Kalapa Clinic über eine starke Position, von der aus sie auf dem spanischen Markt expandieren kann, sobald die dortige Gesetzgebung dies zulässt. 

Das Management-Team von CanPharma besteht aus Branchen-Spezialisten mit jahrelanger Erfahrung in der Cannabisindustrie. Im Rahmen der Übernahme wird der Gründer von CanPharma, Dr. Henrik Sprengel, CEO von CanPharma bleiben und wurde in den Aufsichtsrat von Health House International berufen. Vor der Gründung von CanPharma war er CEO des Unternehmensgründers Grupo HS3, der mehrere internationale Projekte in verschiedenen Branchen mit Schwerpunkt Internet und Technologie erfolgreich auf den Weg brachte. Der bisherige CFO von CanPharma, David Attwood, wird zum Group CEO von Health House ernannt und übernimmt die Gesamtverantwortung für die Aktivitäten der Gruppe. 

Health House International ist ein internationales pharmazeutisches Großhandelsunternehmen, das sich unter anderem auf den Vertrieb von medizinischen Cannabisprodukten in Australasien, Großbritannien und Europa spezialisiert hat. Das Unternehmen vertreibt derzeit mehr als 11 medizinische Cannabisprodukte in ganz Australasien. Mit seinen Lizenzen für Großhändler und kontrollierte Arzneimittel beliefert das Unternehmen Apotheken, Krankenhäuser, Regierungsstellen, Tierärzte und andere Großhändler mit medizinischem Cannabis und weiteren pharmazeutischen Produkten in Europa. 

Mehr Informationen finden Sie unter https://healthhouse.com.au/ 

„Die Partnerschaft mit Health House hat das Potenzial, uns als Marktführer in Europa zu positionieren – einem schnell wachsenden medizinischen Cannabismarkt mit dem größten globalen Potenzial. Wir glauben, dass CanPharma in der Lage ist, Zugang zur wachsenden Zahl an Patientinnen und Patienten in Deutschland zu erlangen, eine breitere Palette von Produkten anzubieten und die medizinische Ausbildung zu erweitern“, erklärt Dr. Henrik Sprengel. „Dieses Modell, gepaart mit der Expertise, den globalen Netzwerken und dem Ruf von Health House International, wird unsere Entwicklung voranbringen und uns in die Lage versetzen, die Präsenz des Unternehmens in ganz Europa zu erweitern.“  

David Wheeler, Direktor von Health House, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, das Team von CanPharma offiziell in der Health House-Gruppe willkommen zu heißen, wo es eine führende Rolle beim künftigen Wachstum des Unternehmens spielen wird. Durch die Nutzung der Lizenzen, des Produktangebots und des Know-hows von CanPharma erweitern wir unsere Marktreichweite und stärken unsere Position als globaler Marktführer im Vertrieb von medizinischen Cannabisprodukten.“ 

 

Über CanPharma 

Die CanPharma GmbH ist ein pharmazeutisches Unternehmen mit Großhandels- und Herstellungserlaubnis sowie einem einzigartigen Portfolio an medizinischen Cannabinoidprodukten. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, ein führendes europäisches Pharmaunternehmen zu werden und die Lebensqualität von Patienten*innen durch die Bereitstellung fortschrittlicher Produkte zu verbessern. Unsere Produktionspartner erfüllen die höchsten pharmazeutischen Qualitätsstandards, die EU GMP/GACP-Richtlinien. CanPharma beliefert Apotheken in ganz Deutschland mit qualitativ hochwertigen Produkten und klärt Fachkreise und Patient*innen über die professionelle Verwendung von medizinischem Cannabis auf. 

Für weitere Informationen finden Sie unter https://www.canpharma.eu/de/ 

Lesen Sie auch:

https://twitter.com/healthhouseint/status/1427067005929201667?s=20

https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:6832832553448177664

  

Ansprechpartner 

Clemens Jacker 

Marketing Direktor 

CanPharma GmbH 

clemens.jacker@canpharma.eu 

 


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28/Jul/2021

Chronische Schlafstörungen sind extrem belastend. Die Produktivität und die Gesundheit werden beeinträchtigt, da Betroffene sich nachts nicht ausreichend erholen können. In einer Doppelblindstudie wurde erstmals durch ein australisches Forscherteam die Wirkung von Medizinalcannabis bei chronischen Schlafstörungen (chronische Insomnie) untersucht. 

Das Ergebnis: Ein Cannabisextrakt mit den Cannabinoiden Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabinol (CBN) und Cannabidiol (CBD) ist eine wirksame und sichere Therapie bei chronischer Insomnie. 

Zweiwöchige Cross-over-Studie mit Cannabisextrakt und Placebo bei 24 Betroffenen mit chronischer Insomnie 

Am Zentrum für Schlafforschung der University of Western Australia nahmen 24 Patient*innen im Alter von durchschnittlich 53 Jahren an der randomisierten, placebokontrollierten Cross-over-Studie teil. In dieser wurde das Schlafverhalten ohne Medikamenteneinnahme über zwei Wochen mit einem Aktivitätsmonitor, den die Betroffenen am Handgelenk trugen, und mit Schlaftagebüchern überwacht. Die Teilnehmenden protokollierten die Einschlafdauer, Schlafdauer, Schlafqualität und die Erholsamkeit des Schlafes. Darüber hinaus führten die Wissenschaftler*innen im Schlaflabor eine Polysomnographie durch, wobei während einer Nacht die Körperfunktionen der schlafenden Person beobachtet wurden. 

Im Nachgang wurden die 24 Teilnehmenden per Zufall der Cannabinoid- oder Placebogruppe zugewiesen, wobei weder Betroffene noch Forscher*innen wussten, ob Scheinmedikament oder Cannabis eingenommen wird. Nach der zweiwöchigen Studienphase folgte eine Woche ohne Medikament, bevor die Betroffenen in die jeweils andere Gruppe wechselten. Die Überwachung fand ebenfalls mithilfe eines Schlaftagebuchs, Aktivitätstracker und Polysomnographie statt. 

Die Wissenschafler*innen benutzten einen öligen Extrakt mit THC, CBN, CBD sowie Terpenen als cannabisbasiertes Medikament. Der Placeboextrakt enthielt dieselben Terpene, jedoch keine Cannabinoide. Die Teilnehmenden nahmen die Medikamente jeden Tag eine Stunde vor dem Zubettgehen sublingual, d.h. unter der Zunge, ein. Nach vier Tagen konnte die Dosis nach ärztlicher Rücksprache verdoppelt werden. Um mögliche Nebenwirkungen festzustellen, kontaktierten die Wissenschaftler*innen die Teilnehmenden während der ersten Tage und nach Dosissteigerungen. 

Nebenwirkungen verschwinden über Nacht oder rasch nach Erwachen 

Zwei Drittel (67 %) erlebten leichte Nebenwirkungen, die jedoch weitestgehend über Nacht oder kurz nach dem Erwachen verschwanden. Am häufigsten waren dies Mundtrockenheit und Schwindel. Lediglich ein Proband brach die Studie infolge unerwünschter Effekte ab, sodass die Daten von 23 Patient*innen ausgewertet wurden. Bei älteren Patient*innen und bei psychiatrischen Vorerkrankungen ist Vorsicht angebracht, da Halluzinationen und Schwindel problematisch sind. 

Medizinalcannabis verkürzt Einschlafzeit und verlängert Schlafzeit 

Die Schlaftagebücher der Studienteilnehmer*innen zeigten deutliche Besserungen des Schlafes. Die Schlafdauer stieg an: Bei Einnahme des Placeboextrakts betrug diese durchschnittlich 5,06 Stunden und kletterte unter Medizinalcannabis auf 6,11 Stunden. Somit konnte Cannabis die Schlafdauer um gut eine Stunde verlängern. Auch die Zeit bis zum Einschlafen betrug unter Cannabis 38,1 Minuten, im Vergleich zu 46,9 Minuten unter Scheinmedikament. Die Betroffenen schliefen mit dem Cannabismedikament im Schnitt 8,8 Minuten schneller ein. 

Die Messungen mittels Aktivitätsmonitor und Polysomnographie belegten auch Verbesserungen: Unter Placebo betrug die Schlafdauer den Messgeräten zu Folge 6,52 Stunden und stieg bei Einnahme des Cannabisextrakts um 33,5 Minuten auf 7,07 Stunden an. Damit erreichten die Teilnehmenden mit Einnahme von Cannabis die für Erwachsene empfohlene Schlafenszeit von etwa 7 Stunden. 

Verbesserte Schlafqualität und Erholung 

Die Teilnehmenden benoteten darüber hinaus die Schlafqualität und Erholsamkeit auf einer Skala von 0 (sehr schlecht bzw. nicht erholt) bis 4 (sehr gut bzw. sehr erholt). Resultierend stuften die Patient*innen Schlafqualität mit 2,5 und Erholsamkeit mit 1,2 ohne Medikamenteneinnahme sowie unter Scheinmedikament ein ein.  

Beide Kennzahlen verbesserten sich mit dem Cannabisextrakt auf 1,8 für die Erholung und 3,2 bei der Schlafqualität. Mit Medizinalcannabis schliefen die Betroffenen also besser und wachten erholter auf. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass der begutachtete Cannabisextrakt die Dauer der Schlafstadien nicht beeinflusst. 

Ab wann sind Schlafstörungen chronisch? 

6 bis 15 Prozent der Bevölkerung hat mit chronischen Schlafstörungen, die in Form von Einschlaf- und/ oder Durchschlafstörungen auftreten, zu kämpfen. Wenn die Beschwerden an mehr als 3 Nächten in der Woche erscheinen und länger als 3 Monate bestehen, sprechen Experten von einer chronischen Insomnie. Während Betroffene mit Einschlafstörungen mehr als eine halbe Stunde zum Einschlafen benötigen, wachen Patient*innen mit Durchschlafstörungen nachts auf und liegen länger als 30 Minuten wach oder sie erwachen morgens sehr zeitig (mehr als 30 Minuten vor der gewünschten Aufwachzeit). 

Größere Studien nötig 

Die Wissenschaftler*innen kamen zum Schluss, dass Medizinalcannabis eine Alternative bei chronischen Schlafstörungen sein kann. Um den Effekt eindeutig zu beweisen und die optimale Dosierung zu inspizieren, sind jedoch Studien mit größeren Personengruppen nötig. 

 

Quelle: 

Jennifer H Walsh, Kathleen J Maddison, Tim Rankin, Kevin Murray, Nigel McArdle, Melissa J Ree, David R Hillman, Peter R Eastwood, Treating Insomnia Symptoms with Medicinal Cannabis: A Randomized, Cross-Over Trial of the Efficacy of a Cannabinoid Medicine Compared with Placebo, Sleep, 2021;, zsab149, https://doi.org/10.1093/sleep/zsab149 

 

 

 

 

 


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07/Jul/2021

Immer mehr Patient*innen mit chronischen Schmerzen nutzen das nicht-psychotrope Cannabinoid Cannabidiol (CBD), um ihre Schmerzen zu lindern. Bei einer Umfrage in Amerika unter Betroffenen zeigt sich, dass bei einem Großteil Cannabis-basierte Medikamente und CBD chronische Schmerzen reduzierten. Außerdem helfen diese Medikamente dabei, die Einnahme opiatbasierter Schmerzmittel zu reduzieren.

Umfrage in sieben Schmerzkliniken in Amerika

Es wurden insgesamt 253 Patient*innen aus sieben Schmerzzentren in Südkalifornien befragt. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen betrug 45,4 Jahre. Sie wurden mithilfe von Plakaten und Flyern zur Teilnahme an der Umfrage aufgerufen.

62 % der Befragten (152 Personen) hatten bereits erste Erfahrung mit CBD-Produkten. Rückenschmerzen war die am häufigsten vertretene Art von Schmerzen mit einem Anteil von 67,3 %. Darauf folgten Nervenschmerzen (46,7 %) und Nackenschmerzen (44,7 %). In rund der Hälfte der Fälle (56,3 %) war auch das psychotrope und ebenfalls schmerzlindernde Tetrahydrocannabinol (THC) im Cannabis-Produkt enthalten.

Zu den behandelten chronischen Schmerzerkrankungen gehörten unter anderem:

  • Rückenschmerzen
  • Neuropathische Schmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Migräne
  • Gliederschmerzen
  • Fibromyalgie

Die CBD-Produkte wurden auf verschiedene Arten eingenommen. Am häufigsten durch Inhalation (62,9 %), darauf folgten essbare Cannabisprodukte (54,3 %) und orale Cannabistinkturen (52,3 %). Einige der Befragten hatten Erfahrungen mit mehreren Darreichungsformen.

Die verwendeten Darreichungsformen waren unter anderem:

  • Inhalation bzw. Rauchen
  • Edibles (Essbare Cannabisprodukte)
  • Orale Tinkturen
  • Topische Cannabiszubereitungen (Creme, Salbe, Öl)
  • Kapseln
  • Spray

Weniger Schmerzen bei den meisten Betroffenen

Bei 59 Prozent der Befragten helfen CBD-Produkte, um ihre chronischen Schmerzen zu lindern. Außerdem konnten rund 68 % der Patient*innen die Dosierung anderer Schmerzmittel reduzieren. 53,7 % der Befragten konnten sogar die Einnahme opiathaltiger Schmerzmittel reduzieren.

In der Umfrage wurden die Betroffenen auch zu Erfahrungen in deren Umfeld, also von Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten, bezüglich der Einnahmen von CBD-Produkten befragt. Das Ergebnis fiel positiv aus, denn 78,1 % der Befragten gaben an, Personen zu kennen, die Beschwerden erfolgreich mit CBD behandelt haben. Auch die Ergebnisse bezüglich der Verträglichkeit waren durchaus positiv. Nur rund 7 % der Befragten berichteten von unerwünschten Nebenwirkungen.

Die enorme Zahl von 91,9 % der Befragten gaben an, mehr über die medizinische Anwendung von CBD lernen zu wollen.

Der Forschungsstand von CBD bei chronischen Schmerzen

Es muss noch viel geforscht werden bezüglich der Behandlung chronischer Schmerzen mit CBD. Es ist jedoch bereits bekannt, dass CBD ein geringes Missbrauchspotenzial hat. CBD wirkt sogar eher gegenteilig. So zeigte eine amerikanische Studie 2019, dass Epidiolex®, ein CBD-haltiges Medikament, den Suchtdruck und die Angst von Patient*innen mit Heroinabhängigkeit reduzieren kann.

Bei chronischen Schmerzen, speziell neuropathischen Schmerzen, weisen aktuelle Daten darauf hin, dass das Cannabinoid THC stärker schmerzlindernd wirkt als CBD. Im Jahr 2020 zeigte eine weitere amerikanische Studie, das chronische Schmerzpatient*innen nach einer Behandlung mit CBD, die 8 Wochen andauerte, die Dosierung ihrer opiathaltigen Schmerzmittel reduzieren konnten. THC sowie CBD haltige Medikamente können also die Schmerzlinderung unterstützen.

Es werden in Zukunft weitere Studien benötigt, um herauszufinden, ob bei den verschieden Schmerzerkrankung CBD eine effektive Behandlungsalternative ist. Außerdem müssen die Unterschiede von CBD Isolaten und Vollspektrumextrakten weiter untersucht werden.

 

Quelle:

Schilling JM, Hughes CG, Wallace MS, Sexton M, Backonja M, Moeller-Bertram T. Cannabidiol as a Treatment for Chronic Pain: A Survey of Patients’ Perspectives and Attitudes. J Pain Res. 2021;14:1241-1250

https://doi.org/10.2147/JPR.S278718

 

 


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02/Jun/2021

Venöse Beingeschwüre – auch „offenes Bein“ genannt – sind tiefe, schlecht heilende Wunden am Unterschenkel. Ältere, chronisch erkrankte Patient*innen leiden am häufigsten unter dieser Erkrankung. Eine zusätzliche Therapie mit äußerlichen cannabis-basierten Medikamenten beschleunigen die Wundheilung. Das fand ein kanadisches Forscherteam vor Kurzem in einer offenen Studie heraus. Ein Grund dafür sind unter anderem die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sowie Flavonoide und Terpene, welche in der Cannabispflanze enthalten sind.

Warum erkranken Patienten*innen an venösen Beingeschwüren?

Die Erkrankung tritt als Folge von Durchblutungsstörungen in den Beinen auf. Am häufigsten durch eine Beinvenenschwäche. Hier ist der Rücktransport des Blutes zum Herzen beeinträchtigt. Die Geschwüre werden normalerweise mit Kompressionsverbänden behandelt, welche den Rücktransport des Blutes unterstützen. Außerdem werden äußerlich auf der Haut angewandte Medikamente, sogenannte topische Medikamente, zur Wundheilung genutzt.

Bei diesen Methoden stehen die Erfolgschancen einer vollständigen Wundheilung jedoch nur bei 50 bis 75 Prozent nach sechs Monaten optimaler Behandlung. Die Chance, dass die Geschwüre innerhalb eines Jahres zurückkommen, liegt bei 40 bis 70 Prozent. Aus diesem Grund müssen die Patient*innen vorbeugend Kompressionsstrümpfe tragen.

Einige Risikofaktoren für venöse Beingeschwüre sind:

  • Chronisch-venöse Insuffizienz (Beinvenenschwäche)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Verminderte Gehfähigkeit
  • Höheres Lebensalter
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck

Vollständiger Wundverschluss bei 79 % der Patient*innen

An der offenen Studie eines Wundzentrum in Toronto nahmen 14 Erkrankte mit insgesamt 16 Wunden teil. Bei den Studienteilnehmenden hatten die üblichen Therapien wie Kompressionsstrümpfe nicht geholfen und die Geschwüre waren im Durchschnitt älter als sechs Monate. Ein Patient litt sogar seit über zwölf Jahren an einer Wunde. Das Alter der Teilnehmenden lag im Schnitt bei 75,8 Jahren und sie hatten komplexere Begleiterkrankungen. Außerdem lagen bei den meisten Patient*innen Risikofaktoren für eine verminderte Wundheilung wie Ödeme (Wassereinlagerungen) und periphere arterielle Durchblutungsstörungen vor.

Die Behandlung erfolgte mit Kompressionsverbänden und topischen cannabis-basierten Medikamenten. Die Cannabiszubereitung wurde alle zwei Tage von den Betroffenen selbst auf die Wunden und dem anliegenden Bereich aufgetragen. Die Cannabisrezeptur enthielt die Cannabinoide THC und CBD, die Flavonoide Quercetin, Diosmin und Hesperdin sowie das Terpen Beta-Caryophyllen.

Das Ergebnis der Behandlung war sehr erfreulich. Ein vollständiger Wundverschluss wurde bei 11 Patienten*innen (79 %) und 13 Geschwüren (81 %) nach durchschnittlich 34 Tagen Behandlung beobachtet. Bei den anderen Personen wurde eine weit fortgeschrittene Wundheilung beobachtet. Nebenwirkungen traten nicht auf.

Interaktion von Cannabinoiden, Flavonoiden und Terpenen

Bei der Wundheilung spielt das Endocannabinoidsystem (ECS) eine wichtige Rolle. Die entzündungshemmenden Wirkungen von THC und CBD werden über die CB1- und CB2-Rezeptoren vermittelt. Diese Rezeptoren gibt es reichlich in unserer Haut. Cannabinoide führen außerdem zu einer Erweiterung der Blutgefäße, wodurch die Gewebedurchblutung sowie Sauerstoffversorgung verbessert wird.

Das Terpen Beta-Caryophyllen bindet an CB2-Rezeptoren und wirkt ebenfalls entzündungshemmend. Das Flavonoid Quercetin kann auch die Wundheilung beschleunigen und Diosmin, Hesperidin sowie Flavonoide stärken die Venen.

Einfache und sichere Wundbehandlung mit topischen Cannabis-Medikamenten

Die Studie zeigt, dass Cannabispräparate zur äußerlichen Anwendung die Wundheilung bei venösen Beingeschwüren beschleunigen. Auch bei Wunden, wo gängige Therapien nicht mehr richtig helfen, wurde die Heilung deutlich beschleunigt. Ein weiterer Vorteil ist die unkomplizierte Anwendung, welche die Patient*innen eigenständig zu Hause durchführen können. In der Zukunft wird es weiter Studien geben, die topische Cannabispräparate auch gegen andere Wundarten untersuchen.

 

Quelle:

Maida V, Shi RB, Fazzari FGT, Zomparelli L. Topical Cannabis-Based Medicines – A Novel Adjuvant Treatment for Venous Leg Ulcers: An Open-Label Trial. Exp Dermatol. 2021 May 19. doi: 10.1111/exd.14395. Epub ahead of print. PMID: 34013652.

 


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28/Apr/2021

Laut des GAMSI-Berichts der gesetzlichen Krankenkassen wird medizinisches Cannabis immer bedeutender in der Behandlung von Krankheiten. Im Jahr 2020 wuchsen die Umsätze cannabisbasierter Medikamente auf 165 Millionen Euro. 16 Millionen Euro fielen davon allein auf den März – der Rekordmonat in Sachen Umsatz. Auch Verordnungen von medizinischem Cannabis stiegen in 2020: im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent. Am häufigsten wurden Cannabisblüten in unverarbeiteter Form oder als Zubereitungen verschrieben. Verordnungen von Cannabinoid-Zubereitungen wie Dronabinol-Kapseln und Fertigarzneimittel stiegen ebenfalls stark an. Von 2019 auf 2020 lag hier die Steigerung bei 76 Prozent.

Umsatz von Cannabis-Verordnungen steigt um 34 %

Im Jahr 2020 wurden rund 340.000 Verordnungen für cannabisbasierte Arzneimittel, Blüten und Rezepturen von Ärzt*innen ausgestellt. Das ist ein Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zu rund 267.000 Verordnung im Jahr 2019.

Das bedeutet auch einen Anstieg der Bruttoumsätze, die auf 165 Millionen Euro kletterten. In Jahr 2019 verbuchte medizinisches Cannabis einen Bruttoumsatz von 123 Millionen Euro. Damit stieg der Umsatz von 2019 auf 2020 um 34 Prozent.

Unverarbeitete Cannabisblüten werden bevorzugt

Der Bericht der gesetzlichen Krankenkassen besagt, dass im Jahr 2020 unverarbeitete Cannabisblüten und die Zubereitungen aus Cannabisblüten mit 43 Prozent den größten Anteil am Gesamtbruttoumsatz haben. Die Anzahl der Verordnungen dieser sank jedoch um 9,7 Prozent.

Genauer betrachtet bedeutet das: Unverarbeitete Cannabisblüten werden vermehrt verschrieben. Von 2019 auf 2020 sind die Verschreibungen von 91.229 auf 100.090 gestiegen. Das ist ein Anstieg von 10,5 Prozent.

Bei den Blütenzubereitungen sieht es anders aus. Diese sanken von 43.952 im Jahr 2019 auf 21.262 im Jahr 2020. Damit verringerten sich die Verordnungen um 51,6 Prozent in einem Jahr.

Verordnungen für Cannabinoid-Rezepturen und Fertigarzneimittel steigen

Im Jahr 2019 wurden 66.359 Verordnungen für Cannabinoid-Zubereitungen (z. B. Dronabinol-Kapsel) und Fertigarzneimittel verschrieben. Cannabinoid-haltigen Arzneimittel.

Im darauffolgenden Jahr änderten sich die Verhältnisse deutlich. Wenn die Verordnungszahlen für unverarbeitete Cannabisblüten und Cannabiszubereitungen im Jahre 2020 getrennt betrachtet werden, sind Cannabinoid- und Fertigarzneimitteln-Rezepturen mit 117.171 die größte Gruppe. Unverarbeitete Cannabisblüten belegen Platz zwei und Sativex® Platz drei.

Konstante Umsatzzahlen im Jahr 2020

Die Umsätze im Jahr 2020 sind relativ konstant und liegen bei rund 41 Millionen Euro pro Quartal. Ein Jahr zuvor in 2019 stiegen die Umsatzzahlen von Quartal zu Quartal. Im ersten Quartal 2019 wurden rund 24,5 Millionen Euro verbucht. Im letzten Quartal stiegen diese dann auf 36,6 Millionen Euro. Damit wuchsen die Umsätze um 67 %.

Ein Grund für den Anstieg der gesamten Jahresumsätze von 2019 auf 2020 ist die Zulassung von Epidyolex®. Epidyolex® ist ein cannabidiolhaltiges Medikament gegen seltene Epilepsieformen bei Kindern (Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom). Dieses wurde im Oktober 2019 in Deutschland zugelassen. Weitere Cannabis-Arzneimittel sind Canemes® und Sativex®, welche konstante Umsätze generierten.

Cannabisextrakte nehmen an Bedeutung zu

Die Umsätze mit unveränderten Extrakten sind dagegen gestiegen. Im ersten Halbjahr von 2020, also von Januar bis Juni lagen die Umsätze bei 3,96 Millionen Euro. In der zweiten Jahreshälfte stiegen die Bruttoumsätze auf fast 5 Millionen Euro an. Das entspricht einer Zunahme um 26,1 Prozent.

Bruttoumsätze von Cannabinoid-haltigen Fertigarzneimitteln und Zubereitungen

2019Bruttoumsätze in Millionen Euro *
1.Quartal (Januar – März)24,5
2.Quartal (April – Juni)29,5
3.Quartal (Juli – September)32,3
4.Quartal (Oktober – Dezember)36,6
Gesamtjahr123

2020Bruttoumsätze in Millionen Euro*
1.Quartal (Januar – März)41,9
2.Quartal (April – Juni)40,1
3.Quartal (Juli – September) 40,1
4.Quartal (Oktober – Dezember)42,7
Gesamtjahr165

*Gerundete Werte

 

In welcher Form wird medizinisches Cannabis verordnet?

  • Unveränderte Cannabisblüten
  • Cannabisblüten in Zubereitungen: zerkleinerte, gesiebte und gegebenenfalls in Einzeldosen verpackte Cannabisblüten zur Inhalation nach Verdampfung oder Teezubereitung
  • Unveränderte Cannabinoid-haltige Stoffe wie Cannabisextrakte
  • Cannabinoid-haltige Stoffe oder Cannabis-Fertigarzneimittel in Zubereitungen: z.B. Dronabinol in Form von Tropfen und Kapseln; andere Fertigarzneimittel in Zubereitungen wie alkoholische Inhalationslösung oder ölige Cannabisharz-Lösung
  • Importierte Cannabinoid-haltige Fertigarzneimittel: Marinol® (Dronabinol-Kapseln), Syndros® (Dronabinol-Lösung)
  • Cannabinoid-haltige Fertigarzneimittel: Canemes ® (Nabilon-Kapseln), Epidyolex® (Cannabidiol-Lösung), Sativex ® (Mundspray mit Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol)

 

Der GAMSI-Bericht enthält nur die Daten von Kassenpatienten*innen. Daten von Privatpatienten*innen und Selbstzahler*innen werden hier nicht statistisch erfasst

 

Quellen:

https://www.gkv-gamsi.de/media/dokumente/quartalsberichte/2019/q4_21/Bundesbericht_GAmSi_201912_konsolidiert_Sonderbeilage_Cannabis.pdf

https://www.gkv-gamsi.de/media/dokumente/quartalsberichte/2020/q4_23/Bundesbericht_GAmSi_202012_konsolidiert_Sonderbeilage_Cannabis.pdf

https://www.deutschesapothekenportal.de/rezept-retax/dap-retax-arbeitshilfen/rezeptur/sonder-pzn/


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07/Apr/2021

Die ganze Welt sucht nach Möglichkeiten der Bekämpfung des Coronavirus. Ob es neue Hygienekonzepte, neue Impfstoffe oder Therapien zur Infektionshemmung beziehungsweise Genesung sind. Ein Team von Forschern der Universität Chicago hat jetzt CBD als eines dieser Möglichkeiten entdeckt. In einer am 10. März 2021 veröffentlichen Studie zeigen sie den Zusammenhang zwischen der Einnahme von CBD und einer reduzierten Infektionsrate.   

CBD mit antiviraler Wirkung 

Die Forscher entdeckten, dass die Einnahme von CBD die Vermehrung von SARS-CoV 2 hemmt. Das erkannten sie, indem sie Lungenzellkulturen mit einer Cannabidiol-Lösung behandelten und nach zwei Stunden dem Virus aussetzten. 

Zwei Tage später wurden die Lungenzellen auf virale Spike-Proteine untersucht und das Ergebnis zeigte in der Tat, dass CBD in der Lage ist, die Vermehrung der Viren zu hemmen.  

Nur CBD hemmt die Vermehrung von SARS-CoV 2 Viren 

Es wurden auch weitere Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabichromen (CBC), Cannabigerol (CBG) sowie CBDA untersucht. Jedoch allein CBD zeigte eine antivirale Wirkung bei einer therapeutischen Dosierung.  

Weniger Corona-Infektionen bei CBD-Anwender*innen 

Um die Erkenntnisse in einem realen Umfeld weiter zu vertiefen, wurden 93.000 Corona Testergebnisse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten eine Infektionsrate von 10 Prozent unter allen Tests. Diese Rate sank bei Patientinnen und Patienten mit vergangener Cannabinoid-Therapie auf 5,7 Prozent. Den größten Unterschied zeigte die Infektionsrate bei Personen, die regelmäßig CBD einnehmen. Diese lag bei lediglich 1,2 Prozent. Damit unterstreichen die Ergebnisse aus dem realen Leben die aus dem Labor.  

Wie wirkt CBD gegen SARS-CoV 2? 

Die Forscher untersuchen zwei Möglichkeiten, wie CBD dem Virus entgegenwirken könnte. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass CBD eine antivirale Immunantwort fördert. Das bedeutet, es hilft dem Körper, das Virus als gefährlich einzustufen, sodass er frühzeitig entgegenwirken kann. Eine weitere Möglichkeit ist, dass CBD der Zytokin-Produktion entgegenwirkt. Die ZytokinProduktion wird durch Viren gefördert und kann lebensgefährliche Folgen haben. 

Die Einnahme von CBD hat einige Vorteile gegenüber anderen Wirkstoffen bzw. Therapien wie Remdesivir oder antiviralen Antikörper. Es lässt sich einfach zu Hause ohne Krankenhaus- oder Arztbesuch einnehmen. Außerdem ist die Verträglichkeit deutlich besser. 

Die optimale Dosierung, Anwendung sowie die optimale Arzneiformulierung werden in zukünftigen Studien weiter untersucht. Bis dahin raten die Forscher*innen von der präventiven Einnahme CBDs zur Corona Bekämpfung ab. 

 

Quelle:  

Cannabidiol Inhibits SARS-CoV-2 Replication and Promotes the Host Innate Immune Response 

Long Chi Nguyen, Dongbo Yang, Vlad Nicolaescu, Thomas J. Best, Takashi Ohtsuki, Shao-Nong Chen, J. Brent Friesen, Nir Drayman, Adil Mohamed, Christopher Dann, Diane Silva, Haley Gula, Krysten A. Jones, J. Michael Millis, Bryan C. Dickinson, Savaş Tay, Scott A. Oakes, Guido F. Pauli, David O. Meltzer, Glenn Randall, Marsha Rich Rosner 

bioRxiv 2021.03.10.432967; doi: https://doi.org/10.1101/2021.03.10.432967 


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18/Mrz/2021

CBD kann bei epileptischen Anfällen helfen. Eine amerikanische Studie zeigt jetzt, dass die Wirksamkeit des Cannabinoids sich über einen längeren Therapiezeitraum steigert. Im zweiten Jahr der Behandlung war der signifikante Effekt auf die Häufigkeit und die Schwere der Anfälle deutlich ausgeprägter als zu Beginn. 

Verringerung von Epilepsieanfällen durch CBD-Extrakt 

An der Studie der Abteilung für Neurologie und des UAB Epilepsy Center der University of Alabama at Birmingham, USA, nahmen 169 Menschen mit behandlungsresistenter Epilepsie teildavon 89 Kinder und 80 Erwachsene. Diese erhielten einen CBD-Extrakt (Epidyolex). Das Ansprechen auf die Behandlung mit Cannabidiol definierten die Wissenschaftler*innen durch eine Reduktion der Anfallshäufigkeit um 50 Prozent oder mehr. 

Diese signifikante Verringerung der Anfallshäufigkeit war nach 2 Jahren Behandlung ausgeprägter als innerhalb des ersten Monats nach Beginn der Therapie. Darüber hinaus fand das Forscherteam heraus, dass dieser Effekt bei den 80 Erwachsenen nach einem Jahr ausgeprägter war als bei den 89 Kindern der Studie. Der Prozentsatz der Kinder, die eine Reduktion der Anfallshäufigkeit um die Hälfte oder mehr erreichten, betrug 44 % im ersten Monat, 41 % im ersten Jahr und 61 % im zweiten Jahr. Bei den Erwachsenen lag diese Rate bei 34 % im ersten Monat, 53 % im ersten Jahr und 71 % im zweiten Jahr.  

Größte Verbesserung bei Erwachsenen im zweiten Jahr der Therapie 

Auch die Anfallsschwere konnte durch das CBD-Produkt deutlich reduziert werden: Kinder zeigten eine 52%ige Anfallsreduktion im ersten Monat, eine 51%ige Reduktion im ersten Jahr und eine 75%ige Reduktion im zweiten Jahr. Die Anfallsreduktion bei den Erwachsenen lag noch deutlich höher, bei 60 %, 81 % und 85 %. Im Vergleich berichteten Erwachsene nach zwei Jahren Therapie über eine größere Verbesserung als Kinder. 

Refraktäre Epilepsie – behandlungsresistent 

Epilepsie betrifft nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), etwa 50 Millionen Menschen weltweit. Sie ist eine der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch immer wiederkehrende Anfälle, die entweder den gesamten Körper oder nur einen bestimmten Teil betreffen. Gelegentlich können Menschen mit Epilepsie während der Anfälle auch das Bewusstsein verlieren. Die refraktäre Epilepsie ist eine schwer behandelbare Form der Erkrankung, die auf Antiepileptika nicht anspricht. 

Quelle: 

Gaston TE, Ampah SB, Martina Bebin E, Grayson LP, Cutter GR, Hernando K, Szaflarski JP; UAB CBD Program. Long-term safety and efficacy of highly purified cannabidiol for treatment refractory epilepsy. Epilepsy Behav. 2021 Mar 2;117:107862. doi: 10.1016/j.yebeh.2021.107862. Epub ahead of print. PMID: 33667843. 


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24/Feb/2021

Fast dreiviertel der Menschen, die in Deutschland Cannabisarzneimittel auf Rezept erhalten, setzen diese zur Behandlung von Schmerzen ein. Von diesen Patient*innen nehmen 70 Prozent eine Verbesserung der Symptome wahr. Das zeigt das Zwischenergebnis der Cannabisbegleiterhebung des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte). 

Wofür wird medizinisches Cannabis eingesetzt? 

Mit 73 Prozent wird der Löwenanteil aller Cannabis-Rezepte in Deutschland zur Therapie von Schmerzen ausgestellt. Danach folgen mit einem großen Abstand die Behandlung von Spastik (10 %), Anorexie/Wasting (6%) und weitere Leiden (10%). Die Ärzt*innen verordnen in 65 Prozent der Fälle Dronabinol, danach folgen Cannabisblüten, Sativex, mit zunehmender Tendenz Cannabisextrakte und auf dem letzten Platz Nabilon.  

Welche Fachgruppen verordnen Cannabis? 

Die größte Gruppe der Cannabis verordnenden Ärzt*innen sind die Schmerzmediziner (Anästhesiologen) mit einem Anteil von 49 Prozent. Danach folgen die Fachgruppen Allgemeinmedizin (17 %), Neurologie (12 %) und Innere Medizin (10 %). 

Wie erfolgreich ist die Cannabistherapie? 

In der größten Gruppe der Cannabispatient*innen, den Personen mit Schmerz als primär behandeltem Symptom, empfanden 34 Prozent ihre Schmerzen als deutlich verbessert und 36 Prozent als moderat verbessert. Somit konnte medizinisches Cannabis bei insgesamt 70 Prozent der Schmerzpatient*innen die Leiden lindern. 28 Prozent gaben an, ihre Schmerzen seien unverändert. 

Bei den Menschen mit Multipler Sklerose als Hauptdiagnose verbesserte sich die Spastik bei 41 Prozent deutlich und bei 43 Prozent moderat. 

35 Prozent der Cannabispatient*innen haben ihre Therapie innerhalb eines Jahres abgebrochen. Bei 25 Prozent  der Fälle lag das an den Nebenwirkungen und bei fast 40 Prozent an nicht ausreichender Wirkung der Therapie. In 21 Prozent der Fälle verstarb die betroffene Person – auch das wird in der Begleiterhebung als Therapieabbruch gewertet. 

Private Rezepte nicht erfasst 

Bei diesen Ergebnissen muss immer im Blick behalten werden, dass die Begleiterhebung nicht alle in Deutschland mit Cannabisarzneimitteln therapierte Patient*innen erfasst: Die Daten von Selbstzahlern, Privatversicherten, stationär und im Rahmen von klinischen Studien behandelten Personen werden nicht übermittelt. Darüber hinaus wird auch für die Personen keine Erhebung erstellt, die die Fertigarzneimittel Sativex und Canemes entsprechend den zugelassenen Anwendungsgebieten erhalten. 

Cannabisbegleiterhebung – was ist das? 

In Deutschland sind Ärztinnen und Ärzte, die medizinisches Cannabis auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verschreiben, verpflichtet, an einer Begleiterhebung zur Anwendung dieser Arzneimittel teilzunehmen. Die Erhebung wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchgeführt. Dieses Institut hat nach drei Jahren eine Zwischenbilanz gezogen mit mehr als 10.000 Datensätzen, die bis zum Stichtag der Auswertung am 11.05.2020 vorlagen. Ein Jahr zuvor hatte das BfArM bereits ein Zwischenergebnis auf Basis der bis dahin ausgewerteten Daten veröffentlicht. 

Ziele der Erhebung sind das Monitoring von Nebenwirkungen und der Verträglichkeit der Cannabisprodukte. Darüber hinaus soll die Untersuchung zeigen, bei welchen Indikationen Cannabis verschrieben wird. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die Planung späterer klinischer Studien dienen.  

Quelle: 

Schmidt-Wolf, G., Cremer-Schaeffer, P. 3 Jahre Cannabis als Medizin – Zwischenergebnisse der Cannabisbegleiterhebung. Bundesgesundheitsbl (2021). https://doi.org/10.1007/s00103-021-03285-1 


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