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29/Jun/2022

Viele Menschen, die an Krebs erkrankt sind, leiden unter belastenden Symptomen wie Schmerzen und Müdigkeit, aber auch unter psychischen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Depressionen oder Angstzuständen. Ein israelisches Forscherteam legte nun eine vielversprechende prospektive Studie mit onkologischen Patient*innen vor.  Die Langzeituntersuchung liefert Hinweise auf eine Reduktion der Gesamtbelastung durch Krebserkrankungen nach Therapie mit medizinischem Cannabis. 

Aufbau der Krebs-Studie 

Die Forschergruppe befragte onkologische Patient*innen über einen Zeitraum von insgesamt 2,5 Jahren zu verschiedenen Zeitpunkten hinsichtlich des individuellen Schmerzempfindens, der Qualität des Schlafes, ihrer sexuellen Aktivität sowie Depressivität und Angst. Zu Studienbeginn waren insgesamt 324 Patient*innen beteiligt, die letzte Befragung fand mit 126 Personen statt. Das Durchschnittsalter in der Studiengruppe betrug 64 Jahren, Frauen waren mit einem Anteil von 59 Prozent etwas in der Überzahl. Alle Beteiligten litten an einer Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium („Stage IV“). Brust-, Darm-, Lungen- und Eierstocktumore waren am stärksten vertreten. Die Therapie fand mit gut verträglichen Cannabisölen, deren Dosierung gesondert dokumentiert wurde, statt.  

Resultate 

Die Therapie mit medizinischem Cannabis brachte in nahezu allen abgefragten Aspekten eine signifikante Verbesserung mit sich. Als besonders prägnant bezeichneten die Autor*innen die Reduktion der Gesamtbelastung durch die Krebssymptome nach 6 Monaten: Der Median ging im Vergleich zum Ausgangswert um 18 Prozent zurück. Nebenwirkungen wurden zwar beobachtet, hatten aber keinen schwerwiegenden Charakter und blieben unter der Therapie stabil.  

Verringerung der Schmerzsymptomatik, weniger Analgetika benötigt 

Weitere interessante Erkenntnis: Die Behandlung mit Medizinal-Cannabis führte zu einer Verringerung der Schmerzsymptomatik und weniger Bedarf an Opiaten, aber auch anderen Schmerzmitteln wie nicht-steroidalen Analgetika sowie Antikonvulsiva oder Antidepressiva.  

Signifikante Verbesserungen erst nach 6 Monaten Therapie 

Nicht zuletzt scheinen die Ergebnisse der Studie darauf hinzuweisen, dass der Erfolg einer Behandlung mit medizinischem Cannabis unter anderem von der Therapiedauer abhängt. So zeigten sich die statistisch signifikanten Veränderungen der Symptome erst nach 6 Monaten kontinuierlicher Einnahme von Cannabinoiden. In einer früheren Untersuchung hatten die Autor*innen die kurzfristigen Effekte der Therapie mit pharmazeutischem Cannabis untersucht und keine signifikanten Verbesserungen der Krebs-Symptomatik feststellen können.  

 

Quelle:  

Aviram, Joshua, et al. “The Effectiveness and Safety of Medical Cannabis for Treating Cancer Related Symptoms in Oncology Patients.” Frontiers in Pain Research, vol. 3, 20 May2022, 10.3389/fpain.2022.861037. Accessed 24 June 2022. 

 

 


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01/Jun/2022

Jeder Mensch hat einen ihm eigenen Endocannabinoidsystem-Tonus (ECS-Tonus), der den Spiegel der ECS-Bestandteile wiedergibt. Sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher ECS-Tonus können zu gesundheitlichen Problemen führen und scheinen an der Entstehung und Chronifizierung von Aufrechterhaltung chronischer Krankheiten beteiligt zu sein. Leider sind die Zusammenhänge in der medizinischen Fachwelt weitgehend unbekannt.  

Wir haben Robert Uhlenbrock, Arzt der Kalapa Clinic und Experte für den Einsatz von medizinischem Cannabis, zur Bedeutung des ECS-Tonus befragt.  

CanPharma: Herr Uhlenbrock, was passiert im menschlichen Körper, wenn der ECS-Tonus von der Norm (den Durchschnittswerten) abweicht? 

Aktuell geht die Wissenschaft davon aus, dass zum Beispiel ein klinisch relevanter Endocannabinoid-Mangel zu einem Ungleichgewicht im Körpersystem führt. Dieses Ungleichgewicht scheint an einer Reihe chronischer Krankheiten beteiligt zu sein. Verschiedene Studien legen einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen ECS-Tonus und Reizdarm-, Migräne- sowie Fibromyalgie-Beschwerden nahe [1]. Gerade bei der Entstehung der Migräne mehren sich die Hinweise auf eine Beteiligung des körpereigenen Endocannabinoidsystems [2].   

CanPharma: Welche Ursachen gibt es für einen Mangel an körpereigenen Cannabinoiden und wie lässt sich dieses Wissen therapeutisch nutzen? 

Ein niedriger ECS-Tonus kann sowohl genetische Ursachen haben als auch durch das individuelle Gesundheitsverhalten eines Menschen beeinflusst sein. Produziert der menschliche Körper beispielsweise zu viele Enzyme, welche die körpereigenen Endocannabinoide abbauen, ist der Tonus zu gering. Da Endocannabinoide in der menschlichen Physiologie eine entscheidende Rolle spielen, kann ein mangelhafter ECS-Tonus mit einzelnen Beschwerden oder manifesten Krankheiten einhergehen. 

Dieses Wissen hat therapeutische Relevanz: Würde beispielsweise der Anandamid*-Spiegel im Blut in regelmäßigen Abständen untersucht, bemerkten wir eine klinisch relevante Dysbalance frühzeitig und könnten reagieren. Ich denke da an die Zufuhr exogener – also pflanzlicher – Cannabinoide, aber auch die Regulation über Sport, Stressreduktion und eine gesunde Ernährung. Gerade für die Faktoren des sogenannten Lebensstils gibt es mittlerweile vielversprechende Studien, die eine gesundheitsfördernde Wirkung belegen [3].  

CanPharma: Warum wird der ECS-Tonus unter Mediziner*innen kaum berücksichtigt? 

Das Wissen um das körpereigene Endocannabinoidsystem ist kein Thema der universitären Lehre und daher kaum in der Fachwelt verankert. Wer behandelnde Ärzt*innen um eine Bestimmung des Anandamid-Spiegels bittet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf geringe Kenntnisse stoßen. Darüber hinaus gibt es meines Wissens kein Labor, das den Parameter im Rahmen eines Blutbildes erhebt. Die therapeutische Bedeutung des ECS-Tonus wird erheblich unterschätzt. Das muss sich dringend ändern! 

 * Anandamid, ist das bekannteste und wissenschaftlich zuerst beschriebene Endocannabinoid. Es gehört zu den wichtigsten Endocannabinoiden zur Steuerung des Gleichgewichts in unserem Körper, genannt Homöostase. 

 

Quellen:  

[1] Russo, Ethan B. “Clinical Endocannabinoid Deficiency Reconsidered: Current Research Supports the Theory in Migraine, Fibromyalgia, Irritable Bowel, and Other Treatment-Resistant Syndromes.” Cannabis and Cannabinoid Research, vol. 1, no. 1, Dec. 2016, pp. 154–165, ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5576607/, 10.1089/can.2016.0009. 

 [2] Greco, Rosaria, et al. “Endocannabinoid System and Migraine Pain: An Update.” Frontiers in Neuroscience, vol. 12, 19 Mar. 2018, www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5867306/, 10.3389/fnins.2018.00172. Accessed 23 Nov. 2020. 

 [3] “Beeinflusst Sport Endocannabinoide Im Blut Und Migräne? • DGP.” DeutschesGesundheitsPortal,  25 Nov. 2021, www.deutschesgesundheitsportal.de/2021/11/25/beeinflusst-sport-endocannabinoide-im-blut-und-migraene/. Accessed 17 May 2022. 


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05/Mai/2022

Ältere (geriatrische) Patient*innen leiden häufig an chronischen Schmerzen und reagieren gleichzeitig sensibel auf Opiate und andere zentral wirksame Substanzen. Eine retrospektive Auswertung aus einer kassenärztlichen Praxis zeigt: Medizinisches Cannabis – hier Dronabinol – kann die Symptome der Betroffenen lindern.  

Zu den Studienteilnehmer*innen zählten alle geriatrischen Patient*innen ab dem 80. Lebensjahr, die seit Inkrafttreten des Cannabisgesetzes im März 2017 bis Mitte Juli 2018 in einer schmerzmedizinischen Praxis in Potsdam behandelt wurden. Gruppe A bestand aus geriatrischen, nicht palliativen Schmerzpatient*innen, zu Gruppe B zählten geriatrische palliative Schmerzpatient*innen.  

Fragebogen mit Angaben zu Dosierungen und Schmerzstärke 

Basis für die retrospektive monozentrische Kohortenstudie war ein Fragebogen mit Angaben zur Schmerzintensität, zur Dosierung, den Auswirkungen sowie den Nebenwirkungen der Therapie mit Dronabinol. Die Ergebnisse machen Mut: Bei 21 von 40 Patient*innen, deren Daten ausgewertet wurden, konnte eine Schmerzlinderung von mehr als 30 Prozent erreicht werden. Weitere zehn Prozent gaben sogar eine Verbesserung um mehr als die Hälfte an. Etwa vier Symptome oder Nebenwirkungen der Vortherapie wurden nach Angaben der Befragten positiv beeinflusst. 

Die Autor*innen der Studie schlussfolgern aus den Ergebnissen, dass cannabisbasierte Arzneimittel eine effektive und risikoarme Therapieoption zur Behandlung geriatrischer Schmerz- und Palliativpatient*innen darstellen. Gleichzeitig fordern sie weitere klinische Studien – insbesondere zum Indikationsspektrum der Substanzen.  

 

Quelle:  

Wendelmuth C, Wirz S, Torontali M, Gastmeier A, Gastmeier K. Dronabinol bei geriatrischen Schmerz- und Palliativpatienten : Eine retrospektive Auswertung der ambulanten kassenärztlichen Therapie [Dronabinol in geriatric pain and palliative care patients : A retrospective evaluation of statutory-health-insurance-covered outpatient medical treatment]. Schmerz. 2019 Oct;33(5):384-391. German. doi: 10.1007/s00482-019-00408-1. Erratum in: Schmerz. 2019 Dec;33(6):562. PMID: 31473816. 


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20/Apr/2022

Denkstörungen, Wahnvorstellungen und manchmal sogar Halluzinationen, all das sind typische Symptome einer Psychose. Dass CBD Einfluss auf die Gehirne an psychotischen Schüben leidender Menschen haben kann, haben nun britische Forscher*innen des King’s College mithilfe bildgebender Verfahren herausgefunden.  

Eine 19-köpfige Kontrollgruppe sowie 13 Psychose-Patient*innen waren Teilnehmer*innen der Doppelblind-Studie in England. Die erkrankten Probanden bekamen ihre regulären antipsychotischen Medikamente. Die Gehirnaktivitäten aller Teilnehmer*innen wurden mithilfe der MRT-Technologie (Magnetresonanztomografie) verfolgt.  

Normalisierung der Aktivitäten in präfrontalen und medio temporalen Hirnarealen 

 Die Probanden mit Symptomen erhielten an einzelnen Tagen ein Scheinmedikament, hierbei konnten durch die Forscher*innen, im Vergleich zur Kontrollgruppe, abweichende Aktivitäten in den präfrontalen und medio temporalen Hirnarealen festgestellt werden. Hinzu kommt, dass bei den nicht-psychotischen Teilnehmer*innen Hippocampus und Striatum weniger stark zusammenwirkten. Eine der gesunden Kontrollgruppe ähnliche Hirnaktivität konnte bei der symptomatischen Gruppe nach Gabe von 600mg CBD aufgezeigt werden.  

Anhand dieser Erkenntnisse schließen die Autor*innen der Studie auf eine Wirksamkeit von CBD bei psychotischen Symptomen. Endgültige Schlüsse lassen sich aufgrund der geringen Teilnehmer*innenzahl aber noch nicht ziehen. Es fehle außerdem an Untersuchungen der langfristigen Effekte des CBD-Konsums. Daher fordern die Forscher*innen umfangreichere Untersuchungen im Zusammenhang mit CBD und Psychosen sowie anderer neuropsychiatrischer Erkrankungen.  

 

Quelle:  

O’Neill A, Wilson R, Blest-Hopley G, Annibale L, Colizzi M, Brammer M, Giampietro V, Bhattacharyya S. Normalization of mediotemporal and prefrontal activity, and mediotemporal-striatal connectivity, may underlie antipsychotic effects of cannabidiol in psychosis. Psychol Med. 2021 Mar;51(4):596-606. doi: 10.101  

 


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05/Apr/2022

Die Inhalation von Cannabidiol E-Liquid hat positive Auswirkungen auf das verbale episodische Gedächtnis junger gesunder Menschen. Dies fand kürzlich eine Gruppe Schweizer Forscher*innen im Rahmen einer Placebo-kontrollierten Studie heraus. 34 Personen mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren und ohne Vorerkrankungen wurden gebeten, 15 nicht miteinander verwandte Substantive auswendig zu lernen. Im Anschluss bekamen sie einmal eine Einzeldosis CBD (12,5 mg Cannabidiol E-Liquid) und einmal ein Placebo zum Verdampfen. Nach ca. 20 Minuten wurden sie auf ihr verbales episodisches Erinnerungsvermögen hin untersucht. 

CBD sticht Placebo aus

Das Ergebnis ist deutlich: Im Vergleich zum Scheinmedikament verbesserte das CBD die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses. Die Baseler Forschergruppe schließt daraus, dass CBD nicht nur keinen negativen Effekt auf grundlegende kognitive Funktionen hat, sie sehen auch einen weiteren Beleg für die Interaktion des zentralen Endocannabinoid-Systems mit verdampftem CBD. Schlussfolgernd könnte CBD in der Lage sein, Gedächtnisprozesse positiv zu beeinflussen und könnte gegebenenfalls weiteres therapeutisches Potenzial aufweisen. 

Um optimale Dosis-Wirkungs-Beziehungen zu untersuchen, empfehlen die Neurowissenschaftler*innen aus der Schweiz weitere, umfangreiche Studien. 

Quelle:  

Hotz J, Fehlmann B, Papassotiropoulos A, de Quervain DJ, Schicktanz NS. Cannabidiol enhances verbal episodic memory in healthy young participants: A randomized clinical trial. J Psychiatr Res. 2021 Nov;143:327-333. doi: 10.1016/j.jpsychires.2021.09.007. Epub 2021 Sep 7. PMID: 34536664. 

 


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16/Mrz/2022

Einer Gruppe US-amerikanischer Wissenschaftler*innen aus Florida ist ein weiterer Vorstoß in Sachen Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei chronischen Schmerzen gelungen. Die Auswertung von Real World Data zeigte eine Verbesserung in Sachen Angst/Depression, Schlaf und Lebensqualität. 

Die Forschergruppe aus Florida untersuchte die Daten von 46 Erwachsenen (Durchschnittsalter: 55 Jahre, circa zur Hälfte Männer und Frauen), die wegen chronischer Schmerzen eine Behandlung mit medizinischem Cannabis begonnen hatten. Ein Merkmal der prospektiven Studie: Die Befragung zu den Faktoren Schmerzintensität, Angst/Depression, Schlaf und Lebensqualität erfolgte unter sogenannten Realbedingungen, das heißt die Betroffenen übermittelten ihre Angaben per Smartphone direkt aus ihrer natürlichen Umgebung an die Wissenschaftler*innen.   

Um die Wirksamkeit der Medikation zu überprüfen, erfolgte eine Basiserhebung, eine EMA (Ecological Momentary Assessment: Diagnostischer Zugang zum Verhalten und Erleben der Probanden) nach einer bzw. drei Wochen sowie eine Nacherhebung nach drei Monaten zum Studienende.  

Erste Effekte bereits nach wenigen Wochen Therapie sichtbar

Die Ergebnisse sind eindeutig: Bereits nach einigen Wochen der Therapie zeigten die selbst- berichteten Daten eine signifikante Verringerung der momentanen Schmerzintensität und einen ebensolchen Anstieg der täglichen Schlafdauer. 

Nach drei Monaten konnte eine signifikante Veränderung der stärksten Schmerzen sowie im depressiven Erleben der Betroffenen festgestellt werden. Darüber hinaus wurden eine Erhöhung der Schlafdauer, eine Verbesserung der Schlafqualität sowie eine Steigerung der Lebensqualität im Vergleich zur Basiserhebung beobachtet.  

Florida zählt innerhalb Vereinigten Staaten zu den am schnellsten wachsenden Märkten im Bereich des medizinischen Cannabis.  

Quelle:  

Wang Y, Jean Jacques J, Li Z, Sibille KT, Cook RL. Health Outcomes among Adults Initiating Medical Cannabis for Chronic Pain: A 3-month Prospective Study Incorporating Ecological Momentary Assessment (EMA). Cannabis. 2021 Oct;4(2):69-83. doi: 10.26828/cannabis/2021.02.006. PMID: 34671723; PMCID: PMC8525881


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02/Mrz/2022

Gute Nachrichten für Apotheken und Patienten: Das medizinische Cannabis der CanPharma GmbH kann ab sofort über den pharmazeutischen Großhandel bezogen werden.  

Für das Pharma-Unternehmen ist die Kooperation mit dem Großhandel ein Schritt in die richtige Richtung: „Wir freuen uns, dass wir unsere Distributionskanäle deutschlandweit ausbauen“, sagt Stefan Jacker, Geschäftsführer der CanPharma GmbH, „damit verbessern wir die direkte Verfügbarkeit unserer pharmazeutischen Cannabissorten und erhöhen den Service für Apotheken und Patienten.“   

CanPharma hat das Ziel, schwerkranken Menschen eine optimale Behandlung mit Medizinal-Cannabis zu ermöglichen und Apotheken mit standardisierten und qualitativ hochwertigen Produkten zu versorgen. Eine Therapie mit Medizinal-Cannabis erhöht die Lebensqualität bei vielen chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs oder Multipler Sklerose.  

Aktuell plant das Unternehmen eine Erweiterung seines Produktportfolios – in erster Linie um Produkte mit hohem CBD-Gehalt. Damit stellt sich CanPharma hinsichtlich seines Produktsortiments noch breiter auf.  


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23/Feb/2022

Das Pharma-Unternehmen CanPharma hat zu Beginn des Jahres mehrere Rabattverträge mit gesetzlichen Krankenkassen auf den Weg gebracht. Der Vertrag mit dem Kassendienstleister GWQ ist seit Anfang Januar in Kraft, seit 1. Februar besteht die Zusammenarbeit mit der IKK Classic. Weitere Vereinbarungen mit Kostenträgern zur besseren Versorgung mit medizinischem Cannabis sind bereits geplant. Damit ist CanPharma eines der ersten Cannabisunternehmen, das einen Rabattvertrag abschließt.  

Rabattverträge mit Medizinalcannabis haben laut der CanPharma das Ziel, die Versorgung der Patient*innen mit bestimmten cannabisbasierten Arzneimitteln auf sichere Beine zu stellen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Darüber hinaus wird eine Erleichterung im aufwändigen Kostenübernahmeprozess angestrebt: Aktuell bedarf die Therapie mit pharmazeutischem Cannabis einer Genehmigung durch die Krankenkasse, bevor Ärzt*innen entsprechende Rezepte ausstellen dürfen.  

Bei anderen Arzneimitteln sind Rabattverträge nicht ungewöhnlich, bei cannabisbasierten Produkten jedoch neu. Stefan Jacker, Pharmazeut und Geschäftsführer der CanPharma GmbH: „Cannabisbasierte Pharmazeutika haben bislang nicht den ihnen gebührenden Stellenwert in der Therapie schwer kranker Menschen. Wir hoffen, dass die neuen Vereinbarungen zur besseren Akzeptanz von Cannabis und zu mehr Vertrauen innerhalb der Ärzteschaft führen. Die Wirtschaftlichkeit dieser begleitenden Therapieoption spielt dabei eine Rolle – und wir gehen das Thema aktiv an.“  Dabei hat ein bestehender Rabattvertrag mit Medizinalcannabis keine Auswirkung auf die so genannte Therapiehoheit: „Kein Patient und keine Patientin soll umgestellt werden. Uns geht es darum, dass bei einer Cannabistherapie die Produkte verordnet werden, die einerseits patientenindividuell auf die Therapiebedürfnisse abgestimmt sind, zudem wirtschaftlich und selbstverständlich von bester pharmazeutischer Qualität. Das Patientenwohl hat für CanPharma höchste Priorität“, betont Stefan Jacker.  

Der Rabattvertrag zwischen CanPharma und der IKK Classic umfasst die Verordnung von drei Cannabisextrakten. Die Vereinbarung mit der GWQ geht ein Stück weiter und sieht darüber hinaus die Verschreibung von Cannabisblüten vor. Die GWQ ist ein Kassendienstleister, der verschiedene gesetzliche Krankenkassen vertritt, wie beispielsweise zahlreiche Betriebskrankenkassen.  

Die CanPharma GmbH ist bereits seit Juli 2020 mit verschiedenen Rezepturarzneimittel wie medizinischen Cannabisblüten auf dem Markt, im Mai 2021 sind drei verschiedene Cannabisextrakte hinzugekommen.  

 

Über CanPharma  

Die CanPharma GmbH ist ein pharmazeutisches Unternehmen mit Großhandels- und Herstellungserlaubnis sowie einem umfassenden Portfolio an medizinischen Cannabinoidprodukten. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, ein führendes europäisches Pharmaunternehmen zu werden und die Lebensqualität von Patienten*innen durch die Bereitstellung fortschrittlicher Produkte zu verbessern. Unsere Produktionspartner erfüllen die höchsten pharmazeutischen Qualitätsstandards, die EU GMP/GACP-Richtlinien. CanPharma beliefert Apotheken in ganz Deutschland mit qualitativ hochwertigen Produkten und klärt Fachkreise und Patient*innen über die professionelle Verwendung von medizinischem Cannabis auf.  


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16/Feb/2022

Im Allgemeinen haben sie keinen besonders guten Ruf: Viele Amöben enthalten Bakterien, die bei Menschen Krankheiten hervorrufen können. Einer Forschergruppe vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena ist nun ein Clou gelungen – sie haben die Amöbe Dictyostelium discoideum dazu gebracht, eine Vorstufe des Cannabis-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) zu produzieren.  

Amöben sind Einzeller und in der Lage, zahlreiche Naturstoffe herzustellen. Im Falle der Gattung Dictyostelium discoideum – eines Schleimpilzes – sind das verschiedene Polyketide, die für eine ganze Reihe therapeutischer Anwendungen verwendet werden können. Dazu zählt die Cannbinoidvorstufe Olivetolsäure. Das diesbezügliche Wirkprinzip der Einzeller: Sie schließen sich zu größeren Gebilden zusammen, die wie ein Mehrzeller agieren können. 

Reaktivierung von Schleimpilz-Enzymen

Im Rahmen ihrer Forschungen stellte der Jenaer Arbeitskreis zunächst fest, dass die Schleimpilze je nach Versuchsordnung entweder Resveratrol (einen sekundären Pflanzenstoff, dem unter anderem eine antientzündliche Wirkung zugeschrieben wird) oder aber Olivetolsäure produzierten. Der Haken: Die Synthese funktioniert nur, wenn im Nährmedium ein spezieller chemischer Zusatzstoff vorhanden ist. Darüber hinaus fällt die erzeugte Menge marginal aus.  

Im nächsten Schritt entwickelte das Forscherteam eine Möglichkeit, die Schleimpilz-Enzyme mit einem Enzym der Hanfpflanze zu vereinen. Es entsteht ein Hybridkonstrukt, das in das Erbgut von Dictyostelium discoideum eingeschleust wird. In der Folge stellt die Amöbe direkt die benötigte Vorstufe her –  Olivetolsäure wird also ohne weitere Zusätze produziert.

Dictyostelium discoideum fungiert als Produktionsplattform

Im nächsten Schritt will das Forscherteam das Endprodukt THC direkt in den Amöben erzeugen und dazu zwei weitere fehlende Enzyme in den Einzeller einbringen. Ein Patent für die biotechnologische Gewinnung der Pflanzenstoffe wurde bereits angemeldet. Es ist deshalb besonders erfolgversprechend, weil die chemische Gewinnung von THC in Reinform sehr aufwändig, teuer und mit geringem Ertrag verbunden ist. Mikroben dagegen können massenhaft kultiviert werden und so theoretisch in kurzer Zeit große Mengen an THC herstellen. Dabei ist die Produktion nicht abhängig vom Wachstum einer Pflanze oder den klimatischen Verhältnissen. 

 

Originalquelle:  

Reimer C, Kufs JE, Rautschek J, Regestein L, Valiante V, Hillmann F. Engineering the amoeba Dictyostelium discoideum for biosynthesis of a cannabinoid precursor and other polyketides. Nat Biotechnol. 2022 Jan 6. doi: 10.1038/s41587-021-01143-8. Epub ahead of print. PMID: 34992245. 


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08/Feb/2022

 Als pharmazeutisches Unternehmen steht für uns das Patientenwohl an erster Stelle. Auch in der Debatte zur Legalisierung von Cannabis hat dieses für uns höchste Priorität. 

Bei einer Legalisierung von Cannabis ist es unabdingbar, dass der Gesundheitsschutz von Patienten und Patientinnen gewahrt bleibt und diese weiterhin einen sicheren Zugriff auf ihre Medikamente sowie eine umfassende Aufklärung bekommen. Die hohen Qualitätsstandards der Präparate, eine kontinuierliche Verfügbarkeit von Medikamenten mit stabilem Wirkprofil sowie die Erstattungsfähigkeit und eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen müssen unberührt bleiben, um Patient*innen weiterhin diese Therapieoption gewährleisten zu können.  

Es sollte weiterhin sichergestellt bleiben, dass schwerkranke Patientinnen und Patienten, die sich für eine Cannabistherapie interessieren, Zugang zu einer geschulten ärztlichen Beratung bekommen und ausführlich aufgeklärt werden. Die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin sowie in der Apotheke bleibt ein unerlässlicher Grundpfeiler der Therapie mit medizinischem Cannabis, auch wenn die Pflanze und ihre Wirkstoffe zum freizeitlichen Konsum freigegeben werden. 

Wir begrüßen es, dass eine Entstigmatisierung von Cannabis, in Folge einer Legalisierung und damit einhergehenden Aufklärung, es Patientinnen und Patienten erleichtern wird, einen Umgang mit dem Thema in ihrem Umfeld zu finden. Darüber hinaus erwarten wir, dass mit der steigenden Informationsfülle auch neuen Patient*innen ein unkomplizierterer Zugang zu dieser neuen Therapieoption möglich ist. Indem die allgemeine Akzeptanz steigt und medizinisches Cannabis auch auf mehr Vertrauen bei Ärzt*innen und Apotheker*innen stößt, steigt die Versorgungssicherheit für Patient*innen, sowie eine ausführlichere Aufklärung durch Verordner*innen. 

Für den Schutz der Konsument*innen sehen wir es als prioritäre Maßnahme, dass auch über den Freizeitgebrauch eine stetige Aufklärung stattfindet. Themen wie die Effekte der Wirkstoffe, mögliche Risiken und Nebenwirkungen, Gefahren bei Co-Medikation, Suchtpotential, Einwirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit sowie das Bedienen schwerer Maschinen und weitere Themen sollten möglichen Konsument*innen bekannt sein. Diese sollten befähigt werden, eine Entscheidung zu treffen, die auf fundierten Informationen fußt. Wir erwarten, dass mit der Legalisierung die Suchtprävention gefördert und ausreichend finanziell ausgestattet wird. 

Wir begrüßen eine Abgabe von Cannabis für den Freizeitgebrauch in der Apotheke bzw. der Apotheke angelagert. Pharmazeutinnen und Pharmazeuten besitzen das nötige Fachwissen, um Konsumenten zur sicheren Einnahme von Cannabis zu beraten. CanPharma positioniert sich hier klar als verlässlicher Partner der Apotheken. 

Die CanPharma GmbH und ihr Partnernetzwerk sorgen für eine stabile Versorgung von Patienten und Patientinnen durch qualitativ hochwertige Produkte und die kontinuierliche Aufklärung von Betroffenen sowie die Weiterbildung von Fachpersonal. Bei einer Legalisierung von Cannabis sehen wir es als unsere Aufgabe, die Sicherheit von Konsumenten und Konsumentinnen durch Aufklärung und Weiterbildung zu gewährleisten.  


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CanPharma verfügt über eine pharmazeutische Großhandelserlaubnis nach §52a des Arzneimittelgesetzes sowie eine Lizenz zum Umgang mit Betäubungsmitteln im Sinne des §3 des Betäubungsmittelgesetzes. Darüber hinaus verfügt CanPharma über ein GDP-zertifiziertes Qualitätssicherungssystem.

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